Hydrostößel V6

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6g72
Beiträge: 11
Registriert: Do 14. Sep 2017, 15:29

Hydrostößel V6

Beitrag von 6g72 »

Hallo,

wie ich laß, gibt es hier auch einige erfahrene V6 Schrauber. Mein Pajero Baujahr 90 hat den gleichen Motor, 3.0l V6 141ps, wo nur die Ansaugeinheit und die Elektrik leicht anders ist. :)

Mein Problem ist, dass sich seit einer Woche ein klackern meldet, welches ich einem oder mehreren Hydrostößeln im rechten Zylinderkopf (Längseinbau!) in der hintersten Reihe zuschiebe. Eigentlich merkwürdig, denn das Öl (Castrol Magnatec 10W40) ist gerade mal ein halbes Jahr und ca. 4000km alt und noch goldbraun.

Auf jeden Fall möchte ich die Hydrostößel gern tauschen, bin aber auf verschiedene Methoden gestolpert, wo ich mir selbst etwas unsicher bin. Die einen sagen zum Wechsel der Hydros muss der Zahnriemen, sowie die Nockenwellenräder runter, weil sich sonst die Nockenwellen verdrehen durch die Spannung der Kurbelwelle. Die anderen haben aber nur die Kipphebelwelle demontiert und alles ist so geblieben wie es soll. :? Ich habe den Motor selbst letzten Herbst eingebaut, da es ein Austauschmotor ist, mit aktuell 184 Tausend auf der Uhr. Daher traue ich mir die Arbeit zu, denn den Zahnriemen hatte ich mehrmals schon unten, aber wenn es nicht zwingend nötig ist, möchte ich dass der gern drauf bleibt.

Wer hat die Arbeit selbst schon gemacht und kann mir davon berichten?

Ich habe mal zwei Soundaufnahmen gemacht. Es hört sich sehr nach den Hydros an. :( Video1 & Video2. In den Videos ist das klackern wesentlich lauter wahrzunehmen als in Wirklichkeit, aber da der V6 sonst so astrein sauber und ruhig läuft, stört es mich dennoch sehr. :|

Vielen Dank für eure Hilfe! :D

Gruß Justin

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nando
Beiträge: 549
Registriert: Sa 17. Feb 2007, 19:39

Re: Hydrostößel V6

Beitrag von nando »

Hallo Justin
Obs wirklich die Hydros sind?? Bei meinen Handylautsprecher ist es leider nicht eindeutig zu erkennen.
Aber ich selbst hab bei den 12 Ventil Kopf vom Baron die Kipphebelwelle demontiert ohne den Zahnriemen abzubauen. Du musst nur die Nockenwelle so stellen das alle Ventile einer Bank zu sind.
Bei der Gelegenheit würde ich die Schaftdichting auch mit wechseln. Ist nicht viel mehr Arbeit
Gruß Ulmar
92' 3,0 V6 US-Modell 5 Gang Schaltgetriebe (wieder zu Hause )
90' 3,0 V6 US-Modell Automatik
2000' Chevrolet Silverado 5,3 V8 4x4

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omafits
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Registriert: Mo 16. Jul 2007, 12:44

Re: Hydrostößel V6

Beitrag von omafits »

Also auf den Video na ja der Sound kann schon Hydro sein.
Wie Nando schreibt Kipphebelwelle reicht , nur aufpassen wenn du sie raushebst das dir die Hydros nicht rausfallen,
Gibt ein Werkzeug dafür , aber es reicht wenn du ein streifen Tape unter den Kipphebel durch ziehst und dann oben die enden zusammen kleben b^.^d
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Nonickatall
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Re: Hydrostößel V6

Beitrag von Nonickatall »

Ich möchte ja jetzt nicht darüber sprechen was Pajero auf Spanisch heißt und warum der Pajero in Spanien kein Erfolg war...

:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Aber im Ernst:

Dein Video hört sich NICHT nach Hydrostößeln an. Hydrostössel tickern gleichmässig vor sich hin und zwar im Halbtakt zur Motorumdrehung, Das liegt daran, dass die Nockenwellen halb so schnell drehen wie die Kurbelwelle. Ist ja ein Viertakter, und die Auslassnockenwelle (als Beispiel) öffnet nur bei jeder zweiten Umdrehung.

Aber..!!

Auf so Handyvideos ist das immer sehr schwer zu sagen.

Für mich hört sich das allerdings eher nach Pleuellager oder etwas anderem an.

Pleuellager und Hydrostößel kannst du übrigens meist wie folgt unterscheiden:

Hydros sind bei kaltem Motor kurz laut und werden dann leiser. Sie tickern gleichmäßig laut, aber eher hell vor sich hin. Sie werden, wenn der Motor warm wird, oft wieder etwas lauter.
Pleuellager klopfen eher etwas dumpfer und, zumindest am Anfang, erst wenn der Motor warm wird.

Kann natürlich auch was lose sein. Am besten mal Riemen runter und Motor ohne Riemen kurz laufen lassen um Nebenaggregate als Fehler/Geräuschquelle auszuschließen.

Übrigens ein Tipp:

Kauf dir im Baumarkt ein HT Rohr (DN 50 ) 50cm lang. Das funktioniert perfekt als Richtmikrofon zur Fehlersuche. Dann hörst du besser wo das Geräusch wirklich her kommt.

Und zum Schluß. Nando hat Recht. Nockenwellen müssen nicht runter und der Zahnriemen kann drauf bleiben. b^.^d

LG
Ralf

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omafits
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Re: Hydrostößel V6

Beitrag von omafits »

Na ja also dieses helle Ventil klickern und das klappern , sind ehr nicht die Pleuellager.
https://youtu.be/esm53v9mBoo das harte klappern sind die Pleuellager .Die hellen Nebengeräusche sind Ventil und Hydro "fester Hydro"
Aber egal eh du nun in den Baumarkt fährst " Hast eine PN wie man die Hydros prüft ohne Ausbau"
Und eventuell findest du ja sofort dein Verdächtigen Stößel b^.^d
1989 TC Turbo

6g72
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Registriert: Do 14. Sep 2017, 15:29

Re: Hydrostößel V6

Beitrag von 6g72 »

Hallo,

danke für eure Hilfe. :D

Ich habe heute Nachmittag den rechten Ventildeckel, wo das Klappern her kommt, abgebaut und ersteinmal alles begutachtet.
Dann habe ich über die kleinen Entlüftungslöcher in den Kipphebeln frisches Motoröl gekippt. Bei dem hintersten, äußeren Kipphebel kam immer dunkleres Öl wieder heraus, bei allen anderen ist es drauf geblieben oder langsam in das Entlüftungsloch hinein. Ob das was zu sagen hat :?:

Bild

Jedenfalls habe ich die PN von omafits zu spät gelesen. Danke dafür, denn ich habe mich heute schon gewundert warum ich die Kipphebel nicht etwas herunterdrücken kann. Bei meinen alten Zylinderköpfen geht das nämlich auch. :lol: Also konnte ich die Hydros leider nicht testen.

Als ich ihn wieder komplett hatte, nach 3 oder 4 Stunden, denn es kamen noch ein zwei Dinge dazu, die ich machen musste, klapperten die Hydros fast gar nicht mehr und das klappern kam erst wieder, als er vollständig die Betriebstemperatur erreicht hatte. Also kann ich schon von den Hydros ausgehen.

Die Hydos klappern übrigens auch etwas im kalten Zustand. Bei unter 20 Grad sind die ersten 3 Sekunden höllisch für die Ohren, dann ist Ruhe.

Aber das hört sich schon mal gut an, dass der Zahnriemen und die Nockenwellen dort bleiben wo sie hingehören. :) Bei dem Motor ist es leider schon richtig viel Arbeit bis man erstmal bei den Ventildeckeln angekommen ist, um sie zu demontieren, zumindest beim Pajero.

Gruß Justin

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Ratte
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Re: Hydrostößel V6

Beitrag von Ratte »

Fred gekürzt!
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6g72
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Re: Hydrostößel V6

Beitrag von 6g72 »

Hallo,

ich melde mich einmal wieder. Vor einem Monat habe ich neue Ajusa Hydrostößel verbaut und seitdem weitestgehend Ruhe gehabt. Beim Kaltstart haben sie trotzdem wieder leicht geklappert, aber das ging vorbei, sobald der Motor warm wurde.

Nun war ich letztens im Gelände und musste den Motor manchmal entsprechend hochdrehen, was ich sonst selten mache. Dabei kam am Ende des Tages nach einer Stunde stillstand ein lautes Tickern aus den Ventildeckeln. Ich denke mal, die Hydros melden sich wieder. Aber wie kann sowas sein? Öl fahre ich ja 10w40 vollsynthetisch (steht jedenfalls im Kleingedruckten auf dem Kanister) und die Hydros müssten jetzt eigentlich wieder über 10 Jahre ruhig sein.

Hydrostößeladditiv habe ich schon hinzugegeben, nach 3 Tagen und 200km bisher ohne Erfolg und das Klappern kommt mittlerweile wieder mehr aus dem rechten Ventildeckel, es scheinen aber mehrere Stößel betroffen zu sein. Hört sich an wie ein Sack Schrauben. :evil:

Öldruck passt soweit, nur ich werde am WE wieder die Hydros ausbauen müssen. Ich denke daran sie in Diesel zu spülen und mit Öl oder dem Hydrostößeladditiv vollzupumpen. Zur Not habe ich noch meine alten Hydros hier und müsste die guten Neuen mit den guten Alten mischen. :? Aber warum klackert er immer rechts??

Sollte ich die Kipphebelwelle eventuell gleich mit spülen?

Öl ist gerade einen Monat alt, samt Filter. Ich kann es mir nicht erklären. :roll:

Gruß Justin, rüstet gleich auf 10W60 Liqui Moly Race Tech um.

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omafits
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Re: Hydrostößel V6

Beitrag von omafits »

Hast du die Kipphebelwellen richtigrum eingebaut?
1989 TC Turbo

6g72
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Re: Hydrostößel V6

Beitrag von 6g72 »

Hallo,

ja, natürlich. Anders herum bekommt man sie nicht mal fest, da die Bohrungen nicht übereinstimmen.

Gruß Justin

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omafits
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Re: Hydrostößel V6

Beitrag von omafits »

Doch das geht wenn man sie zerlegt hat, also die Kipphebel und Lagerböcke runter hatte :-)
Wenn du die Schrauben ganz raus hattest kann sich die Welle auch verdrehen .
Aber ehr unwahrscheinlich.
Ich würde sie ausbauen und alle Kanäle mal mit Druckluft durchblasen.
1989 TC Turbo

6g72
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Re: Hydrostößel V6

Beitrag von 6g72 »

Die Kipphebeleinheit habe ich gar nicht zerlegt. Nur mal durch die Ölbohrungen auf den Kipphebeln geschaut, die anderen hatte ich da noch gar nicht gefunden. Ich hoffe dort ist irgendwas verstopft, dann lohnt sich die Arbeit nämlich auch vollständig.

Heute schon mal die alten Hydros geprüft und 10 Stück für ok befunden. Die anderen zwei sind mir abhanden gekommen, lagen aber definitiv mit dort.

Gruß Justin

barondo
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Re: Hydrostößel V6

Beitrag von barondo »

So wie du das alles beschreibst habe ich von Ferne (Ferndiagnose :roll: ) den Eindruck, dass deine Mechanik soweit in Ordnung ist. Das es eher am Ölmangel im dem Bereich liegt.
Entweder ALLES ausbauen und EINZELN durchblasen - und hoffen :x
oder die "Sauerei-Nummer " aber ich würde es so machen;
wenn er klappert Ventildeckel runter
altes Bettlaken oder Ähnliches um den Z-Kopf drappieren
den Motor laufen lassen OFFEN ! VORSICHT !!
hören wo es klickert
schauen ob dort Öl ankommt
Ist nicht ganz Ohne die Nummer - bitte nur machen, wenn du dir das zutraust, und gut ist einen 2. Mann am Zündschlüssel zu postieren !
Viel Glück
Abbau meiner privaten
Oldi Sammlung
Da warens nur noch 10 :D

6g72
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Re: Hydrostößel V6

Beitrag von 6g72 »

Moin,

ich berichte mal. Letztes WE die Hydrostößel wie gesagt in Diesel gespült und entlüftet und dann nochmal in frischem Motoröl (10W60). Hydros waren auch alle in Ordnung, zwei Stück habe ich trotzdem gegen gute Originale getauscht, weil deren Ölbohrungen an der Seite deutlich kleiner waren als bei den anderen. Dann noch Ölwechsel auf Liqui Moly Race Tech 10W60 und Motor angelassen. Sprang sofort an, aber das klappern war unverändert da. :( Hat sich das ganze WE nicht gelohnt. :?

Dann habe ich schon fast gedacht ich muss ihn mit Pleuellagerschaden in die Werkstatt bringen. Da ich keine Bühne hier habe und es damals schon beim demontieren der Ölwanne daran mangelte, wäre das die einzigste Möglichkeit. Dann legte ich mich aber nochmal drunter, um das Geräusch erneut zu lokaliseren. Aus der Ölwanne kommt es nämlich nicht. :roll:

Nach vorne hin läuft der Motor astrein. So wie es sich anhört kommt das geklapper wohl zwischen Motor und Getriebe hervor. Mit einem Schraubenzieher habe ich schon versucht einen Hörtest an dem Ventildeckel zu machen, da höre ich lediglich nur das Öl durchfließen.

Beim letzten Geländeausflug saß ich ja unschön mit dem Getriebe auf, das Unterfahrschutzblech hat sich ins Verteilergetriebe gebogen, seitdem geht der erste Gang ab und zu nicht rein. Mit dem Blech demontiert, habe ich manchmal ein Pfeifen vom Ausrücklager. Das klappern ist durchgehend, egal ob Leerlauf, erster, zweiter Gang etc., bei 2000rpm ist es am lautesten, kalt wie warm auch egal.

Also kann es schlecht was sein, das im Öl schwimmt. Wenn es die Hydros wären, wären die beim Kaltstart am Sonntag ruhig gewesen, weil sie voller Öl waren. Beim Ausbau konnte ich keinen einzelnen Stößel zusammenpressen. Die Kipphebeleinheit habe ich fein säuberlich in Diesel geschrubbt und danach mit frischem Öl eingestrichen. Pleuellager, sowie ausgeschlagene Ventile müsste ihren Klang auch irgendwann verändern, gerade wenn sich das Öl erwärmt.

Das nächste wird sein, den Wagen auf die Grube stellen und das Getriebe nach hinten zu Rücken und den Motor so laufen zu lassen. Wenn in der Kupplung irgendwas ist, werde ich es hören. Klingt alles einfach, aber da ist ein Tag locker dazwischen. :cry:

Gruß Justin

barondo
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Registriert: So 26. Aug 2012, 09:15

Re: Hydrostößel V6

Beitrag von barondo »

Na du bist mir ja Einer :D
Falsche Spuren legen gilt nicht :D
So wird s auch nix mit der Ferndiagnose :D
O.K. - Im Ernst;
Wenn die Hydros dich in die falsche Ecke gejagt haben und es eher doch nicht sind
- oder eben doch - oder so - oder nicht :D
würde ich mir so ein ganz preiswertes Stethoskop kaufen. (wenn du Keines hast)
Gibt s recht einfach bei D. Louis oder auch in der Bucht bestellen. Kosten ca. 10,- Eu
und sind für deine Probs voll brauchbar.
Und dann - klar - die ganze Kiste abhorchen - damit kommst du der Geräuschequelle am Einfachsten auf den Grund.
Gruß
Abbau meiner privaten
Oldi Sammlung
Da warens nur noch 10 :D

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