Getriebeölwechsel + Filtertausch - Günstige Materialquellen und Vorgehen richtig?

Hier geht es nur um das 4-Gang-Automatikgetriebe vom V6.

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zoolander
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Getriebeölwechsel + Filtertausch - Günstige Materialquellen und Vorgehen richtig?

Beitrag von zoolander » Di 15. Mai 2018, 23:13

Hi!
Meine Getriebeölwanne leckt mächtig, deshalb hab´ ich mir vorgenommen, den Filter- und Ölwechsel selbst in einer Mietwerkstatt vorzunehmen.
Da aktuell einige andere Baustellen am Wagen offen sind, möchte ich die Kosten dabei natürlich so gering wie möglich halten.
Als Anleitung zum Wechseln fand ich unter den für US Schrauber meiner Meinung nach sehr guten Videos von Chris Fixx eines, das meiner Meinung nach den Vorgang sehr gut erklärt:
https://www.youtube.com/watch?v=yb_1wbiPz9g

Meine bisherige Rechnung:
Mopar ATF+4 5Liter bei ato24: 55€
Getriebeölfilter + Dichtung ca. 25€ (ebay oder Kilan)
https://www.ebay.de/itm/Getriebeolfilte ... Sw44BYWmPu
wofür genau ist die kleine Dichtung bei Kilan?
https://www.kilan-shop.de/de/AUTOMATIKG ... 150ebfb468

Jetzt bin ich verwirrt, da oben genannte Teile nur für das 3-Gang Getriebe sind, bei den Shops aber der 91er 3.0 dafür passend gelistet ist.
Was ist also mit diesem überraschend günstigen Komplettpaket für das "4Gang Getriebe"?
https://www.ebay.de/itm/Automatikgetrie ... SwYUBa2a1K
Zusätzlich möchte ich eine Ablassschraube installieren: ca. 18€)
https://www.ebay.de/itm/Ablasschraube-O ... Sw8-tWVIwJ
oder
https://www.automatic-berger.de/Univers ... usfuehrung
Die Kosten sind im Vergleich zum Rest unverhältnismäßig hoch. Gibt es günstigere Quellen?

Mit reinen Materialkosten komme ich so bisher aktuell auf ca. 98€
Dazu kommen noch der Bremsenreiniger für die Wanne und vor allem die Gewinde und Kosten für die Bühne.
Insgesamt sollten so ca. 130- 140 € zusammen kommen.
Kennt ihr günstigere Bezugsquellen für die Teile?
Habe ich etwas Wichtiges vergessen?
91er 3.0 - US Import

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Nonickatall
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Re: Getriebeölwechsel + Filtertausch - Günstige Materialquellen und Vorgehen richtig?

Beitrag von Nonickatall » Mi 16. Mai 2018, 08:33

Filter, Dichtung und Öl kannst du bei mir für 50 € haben.

Ablassschraube ist zwar ein Tick komfortabler beim Ablassen des Öls, aber aus meiner Sicht bringt das bringt überhaupt nichts, weil man beim Getriebeölwechsel sowieso die Wanne runter machen muss um den Filter zu wechseln. Ist nur eine zusätzliche Quelle für Undichtigkeit.

Dein Link mit der Zusatzdichtung ist nicht für den 3 l. Der 3 l Filter ist der Viereckige.

Der Ölwechsel ist leicht:

Ölwanne abschrauben, zwei gegenüberliegenden Schrauben, am besten vorne und hinten, drin lassen. Diese dann etwa halb raus drehen und die Getriebewanne dabei festhalten, damit das Öl nicht raus schwappt. Ölauffangbehältnis oder Ölauffanggerät darunter stellen und Wanne langsam runterlassen, oder wenn sie geklebt ist hebeln.

Dann fließt der rote Saft. :mrgreen:

Auslaufen lassen bis nichts mehr kommt, danach die Wanne abschrauben und vorsichtig abnehmen. Da steht noch mal ein ganzer Schwung Öl drin.

Dann den Ölfilter einfach nach unten abziehen beziehungsweise abhebeln. Der ist nur gesteckt. Darauf achten das der O-Ring mit entfernt wird.

Achtung: Auch da kommt noch mal Öl.

Jetzt kommt es aus meiner Sicht stark darauf an wie das Öl aussieht. Ist das Öl noch halbwegs rot, kann man alles zusammenschrauben und neues Öl einfüllen.

Ist das Öl schwarz, tief braun oder stinkt verbrannt, sollte man spülen. Das geht ohne Spezialanlage nicht.
Die einzige Chance die man als Schrauber hat ist Ölwanne drauf, 4 l Öl einfüllen, Motor kurz laufen lassen Ölwanne wieder ab.

Zur Erklärung: im Getriebe befindet sich im Wandler circa 1,5-2L Öl. Diese laufen nicht raus, sondern können nur durch neues Öl ausgetauscht werden.

Wie auch immer besser 6L mit 4 Liter neuem Öl versorgen, als gar kein Wechsel.

Weiter im Text:
Ölwanne, Dichtfläche der Ölwanne penibel reinigen. Magnet in der Ölwann inspizieren und reinigen. Magnet wieder einsetzen, Filter wieder einsetzen, darauf achten das der Ohrring richtig sitzt und der Filter in die Halterungen einrastet.

Zur Dichtung: Ich bevorzuge Kork, Gummi geht aber auch. Man kann die Wanne auch mit entsprechendem Silikon kleben. Dann muss aber die Dichtfläche sauber und ölfrei sein, was nicht leicht ist, da auch nach Stunden immer noch Öl raustropft. Und nach dem EInsetzten muss die Dichtung ein paar Stunden aushärten, sonst wird es wieder undicht.

Dann Ölwanne mit neuer Dichtung mit zwei Schrauben ansetzen und handfest andrehen. Dann alle restlichen Schrauben eindrehen und der Reihe nach handfest anziehen.

Danach alle Schrauben mit 19Nm anziehen. Unbedingt Drehmomentschlüssel verwenden, die Gewinde halten nicht viel aus.

Erstmal 4 Liter Öl einfüllen. Motor anlassen und alle Gänge kurz durchschalten. Danach Ölstand kontrollieren. Das wird bei laufendem Motor gemacht. Da das Öl noch kalt ist, sollte der Ölstand bei "Cold" stehen. Öl auffüllen. Am Ende gehen so ca. 4,5L rein.

Wichtig: Peinlich genau auf Sauberkeit achten. Krümel, Fusseln und sonstiger Dreck sind des Automaten Tot.

Tipp: Das Ablesen ist nicht immer leicht, da immer Restöl aus dem Rohr am Messstab hängt. Deswegen Messstab herausziehen, ein paar Minuten warten, bis das Öl im Rohr nach unten abgelaufen ist. Danach Ölstab ganz reinschieben und wieder rausziehen.

Da wo komplett Öl ist, ist der Ölstand.

Dann Auto mindestens 10-15 Kilometer fahren bis das Getriebe warm ist. Ölstand nochmal bei laufendem Motor prüfen. Das Öl muss jetzt bei "Hot" stehen. Auf keinen Fall überfüllen.

Falls du aus der Nähe Bonn kommst, kannst du auch zum Wechsel bei mir vorbei kommen. Ich habe alles da.

LG
Ralf

Hoggi
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Re: Getriebeölwechsel + Filtertausch - Günstige Materialquellen und Vorgehen richtig?

Beitrag von Hoggi » Mi 16. Mai 2018, 19:32

Mach ich gern: Aquariumsschlauch (nicht zu dick/dünn) in die Peilstaböffnung und mit dem Mund ansaugen, dann aber Schhlauch rechtzeitig in tieferstehendes Gefäß halten. So bekomme ich ca. 4 Liter raus. Filtertausch nur alle 5 Jahre
H.
88er 2.2l Turbo1 Cabrio

Hoggi
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Re: Getriebeölwechsel + Filtertausch - Günstige Materialquellen und Vorgehen richtig?

Beitrag von Hoggi » Mi 16. Mai 2018, 19:32

s.o.
88er 2.2l Turbo1 Cabrio

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Nonickatall
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Re: Getriebeölwechsel + Filtertausch - Günstige Materialquellen und Vorgehen richtig?

Beitrag von Nonickatall » Mi 16. Mai 2018, 19:51

Hoggi hat geschrieben:Mach ich gern: Aquariumsschlauch (nicht zu dick/dünn) in die Peilstaböffnung und mit dem Mund ansaugen
Wohl bekommts....

*rülps

:roll:

zoolander
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Re: Getriebeölwechsel + Filtertausch - Günstige Materialquellen und Vorgehen richtig?

Beitrag von zoolander » Do 17. Mai 2018, 23:07

Sehr coole Anleitung.
Den Aquariumschlauch kann ich mir denk ich sparen, da ich genug mopar nachgekippt habe, dass nicht mehr allzuviel Altöl drin sein sollte. Die Idee find ich aber gut.
Außerdem riecht es beim Ölstandmessen noch fein nach Himbeersirup :-)

Bekommst noch ne PN von mir Ralf, bin momentan unterwegs und wollte mich nur kurz im Beitrag melden.

Viele Grüße,
Daniel
91er 3.0 - US Import

zoolander
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Re: Getriebeölwechsel + Filtertausch - Günstige Materialquellen und Vorgehen richtig?

Beitrag von zoolander » So 26. Mai 2019, 22:09

Hey!
Vor zwei Tagen hab ich es endlich geschafft und den Kleinen auf die Hebebühne einer Mietwerkstatt gepackt.
Vielleicht interessiert es ja den Ein oder Anderen wie runtergekommen die alte Dichtung nach ca. 7 Jahren war (so lange ist der letzte Getriebeölwechsel in der Werkstatt her):
Bild

Bild

Die Gummidichtung war so richtig schön abgeranzt, hart und man konnte deutlich die Auflagefläche der Wanne erkennen.
Das abgelassene Öl selbst war wie frisch gezapft, wurde wegen des Lecks ja auch regelmäßig nachgefüllt.
So sah es mit abgenommener Wanne und altem Filter aus:
Bild
Bild

Am Magneten waren kaum Metallspäne vorhanden - da habe ich nach den Jahren und 60k km Schlimmeres erwartet.
So sah es dann nach der Reinigung, mit aufgelegter Dichtung aus, den Magneten habe ich beim Einbau dann an die tiefstliegende Stelle gesetzt.
Bild

Leider war das Resultat trotz aller Sorgfalt dann doch enttäuschend, da die Mietwerkstatt mit immerhin vier Hebebühnen nur einen einzigen kleinen Drehmomentschlüssel hatte, der bei der eingestellten Kraft kein Feedback gegeben hat :cry:
Den Tipp "handfest" anzuziehen fand ich dann nicht so professionell - vor allem, da ich heute schon wieder beim Nachchecken etwas Öl am Finger hatte. Da muss ich die Woche noch einmal nachziehen.

Fazit:
Zur Orientierung das oben verlinkte Video ansehen und Ralfs detaillierte Anleitung lesen und (wenn ihr eine bessere Werkstatt erwischt) läuft das wie geschmiert und ist absolut kein Hexenwerk.
Da ich wegen der schlechten Organisation, Einweisung und Suche nach passenden Werkzeugen extrem lange gebraucht habe, sieht die Kostenrechnung jetzt so aus:
  • 5 Liter mopar ATF+4: 48€ (ato24)
    Filter + Dichtung: 24.95 (kilan)
    Arbeitsstunden Mietwerkstatt: 4x 14€ (56€)
-> Gesamtkosten: 128.95€

Die Werkstattkosten 2012:
  • Filter: 17.39€
    mopar Atf: 101.85€
    Arbeitskosten: 74.50€
-> Alles in Allem inkl. MwSt: 230€

Wenn man also noch bessere Arbeitsbedingungen hat und Zeit hat, den Filter aus den USA zu bestellen, kann man sicher noch einmal 35€ sparen.

Fazit: Lohnt sich :-)

Grüße an alle
Daniel

Edit: Das Wichtigste hab ich noch vergessen: So genau arbeitet sicher keine Werkstatt, man weiß im besten Fall, was man verbockt hat und lernt sein Auto wieder ein Stück besser kennen.
Unbezahlbar b^.^d
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xedos
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Re: Getriebeölwechsel + Filtertausch - Günstige Materialquellen und Vorgehen richtig?

Beitrag von xedos » Do 6. Jun 2019, 15:45

Schön zusammengeschrieben. ;)

Aber lieber die Schrauben nachziehen als gleich das Gewinde zu zerstören.

Es kann auch sein, das deine Dichtfläche nicht mehr optimal ist. Dann kannst du das mit anziehen der Schrauben nicht in den Griff bekommen.

Zur Ölqualität:
Wenn das Getriebe nicht ständig unter Last stand, durch Langstrecke wenig Schaltvorgänge oder gar nicht fuhr, also wenig Schlupf in den Kupplungsscheiben vorherrscht, dann ist das alter weniger entscheidend. Natürlich sollte das Öl dann trotzdem gewechselt werden, da auch Additive nicht besser werden.
Aber schlimmer ist "verbranntes" Öl, weil zu viele Betriebsstunden erreicht sind.
Grüße aus Hannover
Andreas
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