Die Unentschlossene

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Miya
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Die Unentschlossene

Beitrag von Miya » Do 3. Jan 2019, 16:39

Hallo zusammen!

Ich bin neu hier, komme aus der Region Köln/Bonn und war bisher nie Besitzerin eines Old-oder Youngtimers. Der Wunsch schlummert schon lang in mir und dieses Jahr würde ich ihn mir gerne erfüllen :)
Schon seit einigen Monaten spiele ich mit dem Gedanken mir einen LeBaron zuzulegen und bin noch sehr unentschlossen, ob es wirklich eine gute Entscheidung wäre. Darum möchte ich mich hier mal nach ein paar Meinungen umhören :)
Zu mir: Ich bin stinknormale Fahrerin und habe quasi keine Ahnung von Basteleien. Bis auf kleine Sachen wie Lampen, Filter, oder Spiegel austauschen habe ich ehrlich gesagt noch nie etwas an einem Wagen gemacht - und ehrlich gesagt hätte ich für größere Sachen auch gar keine Zeit.
Und doch habe ich mich in die beiden Baron-Modelle der 80er Jahre verliebt, wobei mir die K-Modelle noch etwas mehr zusagen. Auch der Dodge 600 gefällt mir sehr gut.
Nun die große Frage: welches Modell ist eurer Erfahrung nach das Zuverlässigste und Robusteste mit dem man am wenigsten Ärger hat? Mir ist klar, dass an Autos diesen Alters öfter etwas zu machen sein wird, ich dafür definitiv Hilfe von Profis bräuchte und das natürlich schnell teuer wird. Trotzdem würde ich gerne abschätzen können, mit welchen Kosten und wie viel Aufwand ich rechnen muss.
Was gebt ihr jährlich im Durchschnitt für Reparaturen und Instandhaltung aus?
Und für welches Modell sieht die Beschaffung von Ersatzteilen am besten aus? Sind sie untereinander kompatibel? Wenn ich so durch ebay und Konsorten surfe, sehe ich fast ausschließlich Ersatzteile für die J-Body Generation.
Gibt es unter euch Fahrer die den Baron als Alltagswagen und nicht nur als Zweitwagen fahren?
Was sollte ich bei der Suche nach einem Wagen unbedingt beachten?
Und last but not least: Kennt ihr eine gute Adresse an die ich mich in der Region wenden könnte? Sind Oldtimer-Werkstätten für Durchschnittsverdiener bezahlbar?
Fragen über Fragen von einer Unwissenden und Unentschlossenen :lol: Aber vielleicht könnt ihr mir ja helfen!

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omafits
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Registriert: Mo 16. Jul 2007, 12:44

Re: Die Unentschlossene

Beitrag von omafits » Do 3. Jan 2019, 17:30

Erst mal Herzlich willkommen und ein gutes neues Jahr.
Reparaturen sind alle bezahlbar , K-Bodys sind meine Spezialität b^.^d
Welcher ist der Robusteste?
Also die 83ger Vergaser Modelle 2,2 mit dem halbelektronischem Holly Vergaser , haben alle ein unrunden Leerlauf , Motor ist haltbar , Getriebe auch
Die 2,6L Mitsubishi Motoren mit Mikuni Vergaser , na ja Teile bekommt man nicht mehr alle, und zu 90% nur neu.
Empfehlen kann ich den 2,2 Turbo mit der Bosch Einspritzung 147PS reichen in allen Lebenslagen.
Der 2,2 -2,5 Drosselklappen Einspritzer ist am unempfindlichsten hat dann aber nur 100Ps was manchmal sehr Nervig ist .
Verzinkt sind sie alle, trotzdem ist auf Rost zu achten, was auch immer ein Problem ist "vergammelte Scheibendichtungen, Kaputte Gurtpeitschen, Probleme mit den Digitaltacho !!,
Da ich in Gelsenkirchen bin , ist das ja nicht ganz so weit von ihnen, da kann ich ihnen gerne bei der suche behilflich sein, BZW , habe ich auch immer was auf Lager , was auf Wunsch fertig gestellt wird "imo, ein Dodge 600 bj 86 und ein Le Baron Bj 87" bei Interesse können sie Mir gerne eine Private Nachricht senden.
Könne sich auch mal meine HP anschauen, Adresse in der Signatur.

Zu den J-Bodys
3L v6 136ps Automatik. H Zulassung dauert da noch, also auf die D3 Steuernorm achten !!
Getriebe leider anfällig und nicht Wartungsarm :-) Cockpit schon sehr rund gehalten , (Also weit vom K-Body style )

2,2L T2 177 eigentlich der in meinen Augen beste , aber im Stadtverkehr bekommt man dicke Waden , durch die doch ungewohnt schwere Kupplung :!: Nicht mehr alle Ersatzteile lieferbar!
2,5L 101Ps Automatik "wenn man echt nur gemütlich fährt, ohne die Ambition auf der Autobahn mal ein LKW überholen zu wollen " ist der OK
Automatik ist robust

2,2 T1 141Ps Haltbar und gut , im vergleich eigentlich genau das richtige , Automatik kein Problem, alle Ersatzteile lieferbar , Leistung genug, verbrauch normal , Steuern zahlbar . Ersatzteile gibt es genug.


In meinen Augen, kann man alle das ganze Jahr fahren , ich habe meine immer jeden Tag genutzt , es sind ja Autos , die wurden gebaut um sie zu fahren.
Ausgaben für Reparaturen ? kann man meiner Meinung nach keine aussage machen.
Wenn man glück hat im Einkauf oder etwas Sachverstand , kann sich das auf 20 € im jahr halten.
Wenn man beim kauf schon verarscht wird , können es auch 1000€ und mehr sein eh man überhaupt gerne fährt:-)
Und bitte der spruch "wer billig kauft , kauft 2x " stimmt leider nicht, es wird imo auch viel Schrott zu hohen preisen angeboten !! also nicht vom poliertem Lack blenden lassen!
Und beim Kauf von US Modellen immer darauf achten "wenn Rote Rückleuchten verbaut sind , das diese auch im Fahrzeugschein eingetragen sind" sollten sie einen anschauen der im Kotflügel die kleinen runden Seitenblinker hat und Rote Rückleuchten, sind diese zu 99% nicht eingetragen, das kann beim TÜV und erst recht bei einem Unfall arge Probleme geben!!
https://gazelle23.wixsite.com/chrysler-lebaron
Kompetenz durch Erfahrung
85 Dodge 600se
87 Le Baron Turbo
95 Volvo 850 T5
96 Fiat Barchetta 1,8 16V
85 M.B 350 sel

barondo
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Registriert: So 26. Aug 2012, 09:15

Re: Die Unentschlossene

Beitrag von barondo » Do 3. Jan 2019, 21:36

Ein gutes Neues für Euch und Euro Autos wünsche ich als erstes mal.
Hei da omafits aber fleissig !!!!!!!!!! :D
Gut zusammengfasst. b^.^d
Man könnte das noch enger fassen, aber ... :roll:
diverse Le Baron
n paar Rennwagen
und noch dies u. das

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xedos
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Registriert: Do 15. Feb 2007, 20:36

Re: Die Unentschlossene

Beitrag von xedos » Fr 4. Jan 2019, 11:38

Herzlich Willkommen!
die erste Entscheidung, sich im Forum anzumelden und erste Informationen Einzuholen war doch schon mal die Richtige!

Du wirst hier natürlich nur wenige Meinungen hören, die gegen den Baron sprechen. Das ist natürlich normal in einer solchen Fan-Gemeinde.
Unabhängig von technischen Eigenschaften, die schon genannt wurden, sollte man sich mit dem Fahrzeug identifizieren können. Inzwischen ist das beim Baron wohl etwas einfacher. Es gab da mal Zeiten, in denen man mit einem Baron auf den US-Car Treffen eher belächelt wurde. Und da haben viele ihre Schwierigkeiten mit , hinter seinem eigenen Fahrzug zu stehen. Es liegt wohl in der Natur des Menschen, sich an Dingen zu orientieren, welche von Anderen als besser angesehen werden.
Aber genug zur Philosophie.

Eine gute Erstazteilversorgung führt zu einer entspannteren Nutzung des Fahrzeuges. Ich finde es sehr lästig, wenn Dinge nicht mehr lieferbar sind oder nur mit sehr großem Aufwand zu beschaffen sind. Dies ist leider ein negativer Punkt, der im Vergleich zu manch anderen Fahrzeugmarken beim Baron nicht optimal ist, oder zumindest nicht besser wird.
Aber, es gibt auch Fahrzeugmodelle, bei denen das noch schlechter ist.
Entlohnt wird man bei dem Le Baron mit einem Fahrzeug, was sich aus der Menge von Golf & Co. abhebt.
Wie du schon erkannt hast, ist die Teilesituation in Europa beim J-body wohl etwas besser (zumindest bei den letztern Baujahren, außer die Schlitzscheinwerfer), als bei den K-body Modellen.
Zum entspannten genießen von Landstraßen eignet sich der 3.0l V6 mit Automatik. Diese sollte natürlich funktionstüchtig sein. Leider ist die Automatik beim V6 etwas "empfindlich", sofern diese nicht regelmäßig korrekt gewartet (Ölwechsel mit dem richtigen ATF) wurde oder diese nicht schonend betrieben wurde. Aber auch hier gibt es inzwischen mehrere, die eine Automatik wieder reparieren können. Auch hier im Forum(!).
Eine Reparatur von guten 1000,-€ oder mehr schockt natürlich schnell mal, zumal die Verkaufspreise für diese Fahrzeuge sehr gering ist. Das darf man aber wirtschaftlich nicht betrachten. Wenn ich einen Porsche 911 aus den 70ern fahre, würde eine Reparatur natürlich schnell auf Akzeptanz stoßen, da das Fahrzeug einen entsprechenden Gegenwert hat. Auf der anderen Seite, sind die Gesamtausgaben bei einem Le Baron eher niedrig, da viele Teile günstig zu bekommen sind. Eine "Grundwartung" würde bei meinem Porsche-Beispiel leider auch mit deutlich höheren Kosten zu Buche schlagen.

Grundsätzlich gilt, der "teurere" Kauf ist oftmals der bessere. Soll heißen, lieber einen sehr gepflegten Baron für einen höheren Anschaffungspreis kaufen, als eine Bastelbude für wenige Taler, bei der alles noch gemacht werden muss. Wenn man natürlich alles selber machen kann, mag auch eine sehr günstiger Baron akzeptabel sein.
Nicht vergessen, das lackieren von Teilen kann teuer werden. Ich meine nicht das überduschen mit einer Sprühdose, oder von einem "billigen" Lackierer. Eine gute Lackierung, die das Fahrzeug in vollem Glanz erstrahlen lässt, kostet deutlich mehr, als manche Fahrzeuge Kosten. Und auch ein Dach sollte nicht rissig sein oder mit Panzer-Tape geflickt worden sein.
Manch einen mag das nicht stören. Stellt dann aber eher einen nutzbaren Gebrauchtgegenstand dar, als ein liebevoll gepflegter Youngtimer. Auch hier werden immer wieder mal komplette Dächer zu einem sinnvollen Preis angeboten.
Bei meinem habe ich vom Sattler das Dach neu machen lassen, was dann auch wieder gute 1000,-€ Invest sind. Deshalb schon beim Kauf darauf achten. Aussagen wie: "Das kann man alles reparieren" sind zwar richtig, erfordern aber auch das entsprechende Geld und/oder Zeit.

Noch gibt es immer mal wieder gute Barone, aber diese werden schnell weniger. Seit ziemlich genau einem Jahr verfolge ich sämtliche Angebote bei mobile.de, welche aus Deutschland angeboten werden. Nun kann ich mir nicht jedes Fahrzeug anschauen, jedoch sind 80-90% eher nicht so gepflegt.
Vor ca. vier Wochen hatte ich mir in Hannover gerade einen angeschaut, der erste Hand war, und Top dastehen sollte.
Leider ist bei der Besichtigung schnell klar geworden, dass auch ein einziger Besitzer einem Wagen nicht zwangsläufig gut pflegt. ;)


Fakt ist, ich würde meine beiden Barone nur sehr ungerne verkaufen.
Und gerade meinen 3l V6 habe ich nun schon seit 1999 und fahre diesen ohne große Reparaturen. Allerdings wird dieser eher gemütlich bewegt und nur bei schönem Wetter.
Mein 2.2l T2 nutze ich gerne und oft im Sommer. Auch auf dem Arbeitsweg (sofern in Zukunft keine Fahrverbote für Euro 1&2 in Hannover kommen ;) ). Auf Fahrveranstaltungen ist die Kombination des Turbomotors mit der Handschaltung natürlich die bessere Wahl. Vor allem wenn es dann auch mal zügiger vorangehen soll, ohne an eine empfindliche Automatik denken zu müssen. Und mit einer neuen Kupplung wurden auch die Betätigungskräfte des Pedals deutlich gesenkt.

Ja, ich würde auch einen älteren Mercedes SL fahren. Aber davon gibt es schon genügend Leute, die ein solches Fahrzeug erhalten. Die menschlichen Charaktere dieser Fahrzeuggattung zeigen aber gerne, dass sie Finanziell unabhängig sind. Die Baron-Nutzer sind i.d.R. etwas Bodenständiger geblieben. - Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. :)
Ersatzeilversorgung und Gegenwert ist da natürlich besser.
Im Vergleich SL zu Le Baron steht aber auch gerne mal 25000,-€ vs. 2500,-€

Der Baron ist technisch vielleicht nicht perfekt, aber halt irgendwie anders und daher auch etwas Besonderes.
Grüße aus Hannover
Andreas
______________________
2.2l T2 Conv. GTC (+A555) 1989
3.0V6 Conv. LX 1990

200/8 W115 1975
280SE W116 1977
420SE W126 1988
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CLK200 Kompressor C208 2001
Ford B-MAX für meine Frau :)

barondo
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Re: Die Unentschlossene

Beitrag von barondo » Fr 4. Jan 2019, 13:55

Hi Miya,
zusammenfassend aus meiner Sicht.
J-Body 2,2 l Turbo Automatik
+ Schaltung willst du nicht - zu schwer
+ 3l Automatik willst du nicht - zu anfällig
+ ohne Turbo willst du nicht - zu schwach
Werkstatt unter Anderen natürlich
+ omafits GE
+ den kenn ich (der fährt sogar raus!)
+ sage das nicht ohne Grund
+ keine "normale" Oldiwerkstatt (LeB ist zu speziell)
Kosten
+ Anschaffung je nach Budget
+ 2.500,- bis ??
+ sollte Tüv haben
+ sollte keine sichtbaren Schäden haben (z. B. Verdeck)
+ wichtig Probefahrt - alles Testen
+ Vers. u. Steuern a. fragen, b. ausrechnen
+ Verbrauch um die 10 l, auch darunter (Fahrweise)
Rep. Kosten pro Jahr
+ i.d. Regel keine sich wiederholenden (klar geht mal etwas kaputt)
+ Wartung ganz normal (Öl, Filter, Bremsen nach Verschleiss)
+ Pflege ( ein paar Mittelchen - selbst machen)
Ich fahre mein J Cabrio und K Limo täglich. Die Limo auch im Winter jetzt. Kein Prob.
Nachsatz.
Die Autos sind brav, solange man sie nicht quält. Aber es sind alte Autos, so ganz sicher ist man nie (bei neuen aber auch nicht wirklich, oder?) Schäden kündigen sich jedoch i.d.R. rechtzeitig an. etwas Gefühl schadet also nicht.
Wenn du ganz genaue Zahlen nach Euro und Cent möchtest, muß ich rechnen.
Gruß Reiner
diverse Le Baron
n paar Rennwagen
und noch dies u. das

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