Und es geht nochmal ums Verdeck

Technische Fragen an die Gemeinde....

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California-Peter
Beiträge: 867
Registriert: Do 15. Feb 2007, 01:47

Und es geht nochmal ums Verdeck

Beitrag von California-Peter »

Hallo Gemeinde,

Immer wieder lese ich, dass es 1 - 2 starke Kerls braucht, um ein offenes Verdeck (bei Motorversagen) per Hand zu schliessen. (Lassen wir mal ausser acht, dass man das eh nicht tun sollte!) Auch gibt es die Faelle, dass das Verdeck einfach halb-geoeffnet stehen bleibt.

Das Verdeck meines LeBarons laesst sich relativ leicht per Hand bewegen (oeffnen/schliessen). Wenn der Oeffungs-/Schliess-Vorgang unterbrochen wird, bleibt dieses besagte Verdeck nicht einfach offen stehen, sondern bewegt sich (je nach Position) entweder zu oder auf.

Auch die Verdecks der Schrott-Fahrzeuge lassen sich per Hand oeffnen; ok, etwas schwerer als in meinem Falle, aber es geht.

Die Verdeck-Pumpe ist neu, gefuellt und es tritt keine Fluessigkeit aus.
Auch ist dieses Notventil (im Kofferraum, rechts) geschlossen.

1000+2 Dank fuer jede Info.
Viele Gruesse aus dem Wilden Westen,

Peter (California - USA)
<ex - 1989, 2.5T, conv., red, pimp'd>

Glenmore

Beitrag von Glenmore »

Hallo

jawohl das ist mir bei meinem Baron jetzt auch aufgefallen, wenn man das Dach anhält öffnet oder schliesst es sich ganz langsam von selbst, je nachdem wo der schwerpunkt liegt. Ich denke das liegt daran wenn der Motor der die Pumpe antreibt nicht arbeitet, sich der Oeldruck in den Leitungen abbaut und das Oel zurück in die Pumpe läuft.

Gruss Rolf

walter_hermes
Beiträge: 473
Registriert: Fr 23. Mai 2008, 22:12

Beitrag von walter_hermes »

Hallo,
die Verdecke lassen sich ohne Probleme von Hand betätigen.
Das Verdeck drückt auf die Kolben und die Hydraulik geht einfach rückwärts. Nur muß das langsam und symmetrisch von der Verdeckmitte aus geschehen, weil die beiden Kolben mehr Öl bewegen als die Pumpe, die ja, wenn nicht läuft, einen Widerstand darstellt, der durch Öffnen des Notventils (Bypass) reduziert wird.
Verbiegen des Gestänges ist praktisch ausgeschlossen, wenn alle Scharniere sauber laufen und nix verkantet wird.

So wird es gehen :D
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omafits
Beiträge: 4084
Registriert: Mo 16. Jul 2007, 12:44

Beitrag von omafits »

Genau und wer auf die Pumpe kein bock hatt baut die Hydraulickzylinder einfach aus und kann das Verdeck ganz locker von Hand bedienen :wink:
1989 TC Turbo

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bierdruck
Beiträge: 735
Registriert: Do 15. Feb 2007, 09:30

Beitrag von bierdruck »

der durch Öffnen des Notventils (Bypass)
was aber nicht jeder hat.
Diskutiere niemals mit Idioten!
Die ziehen dich auf ihr Niveau runter -
und schlagen dich dann durch Erfahrung.

Uli
Beiträge: 403
Registriert: So 18. Feb 2007, 19:06

Beitrag von Uli »

walter_hermes hat geschrieben:Hallo,
die Verdecke lassen sich ohne Probleme von Hand betätigen.
Das Verdeck drückt auf die Kolben und die Hydraulik geht einfach rückwärts. Nur muß das langsam und symmetrisch von der Verdeckmitte aus geschehen, weil die beiden Kolben mehr Öl bewegen als die Pumpe, die ja, wenn nicht läuft, einen Widerstand darstellt, der durch Öffnen des Notventils (Bypass) reduziert wird.
Verbiegen des Gestänges ist praktisch ausgeschlossen, wenn alle Scharniere sauber laufen und nix verkantet wird.

So wird es gehen :D
Endlich einmal eine vernüftige Aussage zum Thema Verdeck-von-Hand-öffnen/schliessen.

Diese Mär von zerstörten und verbogenen Verdecken mag zwar stimmen, aber dann muss man sich schon ordentlich dämlich angestellt haben.

mfg

Uli

walter_hermes
Beiträge: 473
Registriert: Fr 23. Mai 2008, 22:12

Beitrag von walter_hermes »

Uli: Danke fürs Kompliment :D
Vielleicht noch Details zum Verständnis, wenns interessiert:
Verdeckhydraulik ist ein sog. geschlossenes System und im Ruhezustand drucklos.
Druck erzeugt die Pumpe beim Einschalten und beaufschlagt die beiden Kolben der Hubzylinder entweder oberhalb (Heben) oder unterhalb (Senken) der Kolbenfläche (Doppelt wirkende Kolben).

Bewegt man die Kolben von Hand, muß eine große Menge Öl über die dünnen Hydraulikleitungen und durch die Pumpe in Druckrichtung durch das System auf die rückwärtige Kolbenseite zurück gedrückt werden.
Das ist dann der spürbare Widerstand und quasi die Umkehrung des hydraulischen Grundprinzips und somit der Servowirkung.
Stoßdämpfer funktionieren übrigens nach dem gleichen Prinzip.
Der Bypass ändert daran auch wenig, weil die Leitungswiderstände die gleichen sind, lediglich die stehende Pumpe wird umgangen.
Wie gesagt, wenn man das langsam und möglichst symmetrisch macht, hat das Öl Zeit genug, im Rückwärtsgang zu zirkulieren ohne das irgend was kaputt geht.
Verzeiht mir meine detaillierte Darstellung, aber es wird Einige vielleicht doch interessieren. :idea:

Gruß
Walter
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glopf

Beitrag von glopf »

So kann ich das auch verstehen :D Und soweit ich das verstanden habe, gilt das sowohl fürs Öffnen als auch fürs Schließen des Dachs. Habe ich gleich mal ausprobiert, haut hin. Um das Dach zu schließen bedarf es allerdings einiger Kraft, für den schnellen Regenschauer is das nix...

walter_hermes
Beiträge: 473
Registriert: Fr 23. Mai 2008, 22:12

Beitrag von walter_hermes »

Stimmt genau, ist nix für schnellen Regen oder nur für große Muckis.

Wennst öffnest, hast den langen Hebelarm, was ja einfach geht bis das Dach über den Scheitelpunkt geht, dann fällt es fast von selber in den Kasten.
Beim Schließen hast erstmal keinen Hebelarm, mußt so ziemlich das ganze Gewicht aus dem Kasten heben und dabei noch die Scheren strecken und wennst über dem Scheitelpunkt (Schwerpunkt) bist, geht es dann fast von selber zu. Der Hydraulik-Fließwiderstand ist jeweils der gleiche.
Übrigens hat der Hydraulikmotor beim Schließen das gleiche Problem, da muß er auch mehr arbeiten.
So soll es sein :D

Gruß
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