Ich kann noch nicht garantieren, dass ich es schaffe, den nächsten Sommer mit Dach zu durchstehen, ein Rückfall ist also nicht ganz ausgeschlosen, aber ich werde definitiv keinen LeBaron mehr als Alltagsfahrzeug verwenden. Ich habe mir sogar geschworen, an keinen Frontantriebler mehr rumzubasteln, wenn es nicht unbedingt sein muss.
Rückwirkend gesehen, waren die LeBarons, trotz teilweisem Ankauf zum Altmetallwert, bei moderater Zuwendung praktische, oft sogar sparsame Fahrzeuge mit meist guten Kommentare bei Passanten.
Auf jeden Fall habe ich als ehemaliger Laie in dieser Zeit sehr viel gelernt, habe 1 Auto komplett zerlegt und am Ende auch wieder zusammengebaut, habe eine komplette Motorrevision mitgemacht und insgesamt 8x Getriebe gewechselt (wovon alleine im 2012 von Mai bis August fünf Mal). Ich bedanke mich bei allen hier für die tatkräftige Hilfe, den Remote Support zu allen Tages- und Nachtzeiten und die vielen tausend nützlichen Hilfestellungen und Hinweise. Ohne dieses Forum wäre ich nie dahin gekommen, wo ich jetzt bin.
Die 4 Zylinder, speziell die 1990er 2,5 Liter sind zwar sehr sparsam, ich hatte einen vom Verwerter gerettet, der es richtig gemessen (nicht nur nach Bordcomputer) auf Durchschnittlich 6,8 Liter im Gesamtmix brachte (Autobahn sogar unter 6 Litern), die 2,2 Liter, egal ob Turbo I oder II langten da schon kräftiger zu. Im Grossen und ganzen sind die 4 Zylinder nicht (mehr) für Langstrecken geeignet. Die Daytonas hatten - nebst Rost bei allen Modellen (Schwerpunkte Schwelenende Vorne, Fussboden Fahrer- und Beifahrerseitig, Radläufe hinten und Befestigung Spoiler) - dieselben Probleme. Im Grossen und Ganzen hatten alle 4 Zylinder immer und immer wieder Kühlungsprobleme aus verschiedensten Gründen. Auch Spröde (Unterdruck-) Schläuche und vermoderte Kabel waren keine Seltenheit, ja fast ein regelmässiges Problem. Die Innenleben der 4 Zylinder LeBarons waren um Welten wertiger und langlebiger als diejenigen der Daytonas oder der Barone mit den Runden Armaturenbrettern.
Die 6 Zylinder sind viel bequemer zu fahren, aber auch je nach Jahrgang grundverschieden. Während die 90er und 91er noch kräftig über 11 Litern zu fahren sind, sind die > 1993 LX (sofern schon die neuen Einspritzdüsen verbaut) im Idealfall mit 7,8 Litern im Schnitt auf Autobahnen zu bewegen, Gesamtschnitt zwischen 8 und 10 Liter. Der Handschalter wäre vielleicht sparsamer zu bewegen gewesen, das Teil läuft aber dermassen gut, dass man nicht in Verlockung kommt, auf Sparsamkeit zu achten.
Die letzten Jahre habe ich kräftig an der Vernichtung von alten, verfaulten LeBarons mitgeholfen, und somit ein Beitrag geleistet, dass die Qualität der heute angebotenen Fahrzeugen besser wird. Ich hoffe, dass der Preistrend weiter so geht, die Barone sind ja mittlerweile hier teurer angeboten als die Stratus und die ersten Sebring Cabrios und es wird nicht mehr Nase gerümpft, wenn man von LeBaron spricht. Ich erinnere mich an meine ersten US Car Treffen in den 70ern, wo man ab den Plymouth / Chrysler Valiant, die Ford Mustang II (Pinto-Mustangs) und den Chevy Monza etc. die Nase rümpfte, weil das keine "echten" Amerikaner mehr seien, ja sogar die Chevy Caprice und Malibu wurden als nicht toll beschumpfen. Keiner lacht mehr über die Valiants, Monzas, geschweige denn über die Mustang Generationen 3, 4, 5 etc. mittlerweile sind an den Schweizer US Car Meetings etwa 50 % Ford Mustang Neuwagen und zusätzlich ein sehr markanter Anteil neuer Dodge Challenger, Charger, Vipers, Dodge Pickups etc. zu sehen und in Anbetracht des vielen Plastiks sind sogar unsere LeBarons gerne akzeptiert, auch wenn sie grössenmässig zwischen 2 Caddies wie 500er Fiats aussehen (sogar mein aktueller Daily Caddy ist gut 1 Meter länger und einiges breiter als der LeBaron, obschon er in seiner Jugendzeit als Baby Caddy ausgelacht wurde (erster Mittelklasse Caddy überhaupt), trotz 5,7 Liter Motor mit TH401er Getriebe, Tbi Einspritzung und originalen 180 PS). Sobald "unsere" Barone die Veteranen Schwelle überschritten haben, sind sie auch "klassische US Cars" und ich glaube, dass man sich dann mit Wehmut an die Zeit erinnern wird, als man selber noch so ein Fahrzeug gefahren ist und wie toll das doch war, aber das dauert bei den J-Bodies noch bis zu 12 Jahre, die ersten J-Bodies haben es aber schon in 4 Jahren geschafft. Bis dahin werden aber leider noch viele davon auf der Strecke bleiben.
Ich wünsche euch allen eine gute, unfallfreie Wintersaison und bleibt bitte gesund und schaut auf eure Le Barons, TCs, Daytonas, Saratogas und was auch immer. Natürlich schaue ich immer wieder ab und zu hier rein und werde ab und zu weiterhin meine dummen Kommentare posten. Falls mir das Dach auf den Kopf fällt und ich rückfällig werde, melde mich mich wieder, die Probleme werden dann ja auch sofort wieder auftauchen.
Leute: Vielen Dank für alles, vielen Dank für die gute Zeit, vielen Dank für die tollen Leute, die ich kenenlernte und mit denen ich weiterhin in Kontakt bleibe.
Liebe Grüsse und eine fröhliche Adventszeit
Bruno aka. Ploppy


