Schwiegermutters LeBaron 3.0 V6: Crash!

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Turmpalast
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Schwiegermutters LeBaron 3.0 V6: Crash!

Beitrag von Turmpalast »

Schönen guten Tag,

ich bin neu hier und noch nicht mal Besitzer eines LeBaron… – "Pate" passt besser, denn es geht um das Auto meiner Schwiegermutter, einen weißen LeBaron V6 von 8/90 mit blauen Ledersesseln und originalen 55 000 Kilometern. Der Baron ist damals neu angeschafft worden, hat niemals Regenwasser oder Salz gesehen und wird von der alten Dame heute als Erinnerung an den verstorbenen Ehemann aufbewahrt und maßvoll bewegt.

Ich unterstütze sie dabei mit über 25 Jahren Oldtimer-Erfahrung, allerdings ging es da bisher immer um deutsche Klassiker der 50er bis frühen 90er Jahre. In der US-Car-Szene habe ich mich bis auf zwei kurze Ausnahmen nie bewegt. Klar ist nur, dass der LeBaron unbedingt in der Familie bleiben soll. Vier Wochen bevor er das H-Kennzeichen bekommt, wird meine Tochter 18…

Bisher hat die Erhaltung des Autos keine Probleme aufgeworfen. Die Wartung erledigte ein ehemaliger Chrysler-Händler, größere Defekte gab es nicht. Doch jetzt ist der alten Dame ein anderer Verkehrsteilnehmer in die Seite gerauscht. Stoßfänger, Frontblech, Kotflügel sind hin. Und alles war zuvor im makellosen Erstlack von 1990! Nachdem die Inhaberin das Ansinnen der gegnerischen Versicherung, das Auto als Totalschaden abzurechnen (2800 Euro Reparaturkosten), resolut abgebügelt hat, stellt sich die Frage, ob auf irgendwelchen Wegen noch eine Instandsetzung mit Neuteilen möglich ist oder wir uns mit den Gebrauchtteilen, die der Karosseriebauer beschaffen kann, zufrieden geben müssen.

Auch frage ich mich, ob die Inhaberin ihren Gutachter höflich bitten sollte, nochmal über den Wiederbeschaffungswert von 3200 Euro nachzudenken. Meines Erachtens lässt sich ein Ersthand-Baron mit dieser geringen Laufleistung und wirklich nur sehr dezenten Gebrauchsspuren für dieses Geld nicht beschaffen. Was sagt Eure Erfahrung dazu?

Ich freue mich auf Eure Meinung dazu und gerne auch Hinweise auf Chrysler-Youngtimer-Experten, die hier weiterhelfen können. Das Auto steht im Rhein-Neckar-Raum, Nähe Mannheim. Ich lebe in Hamburg, wo der Baron allmählich in der Klassikerszene sichtbar wird.

Herzlichen Dank und viele Grüße,
Christian

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xedos
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Registriert: Do 15. Feb 2007, 20:36

Re: Schwiegermutters LeBaron 3.0 V6: Crash!

Beitrag von xedos »

Hallo Christian,
ein Baron aus der Ferne zu bewerten ist immer schwer.
Fakt ist, dass die Barone eher einen geringen Wert darstellen. Du hast Recht, dass ein anständig gepflegter Baron im Top Zustand und mit wenig km doch mehr als 3200,-€ kosten sollte.
Und in der Tat werden die richtig guten auch für einen entsprechende Preis angeboten.
Bei mobile tauchen natürlich immer Barone für unter 1000,-€ auf. Allgemein ist der dort angebotene Durchschnittswert eher gering.
Dies sollte jedoch nicht die Allgemeinheit abdecken. Denn in der Regel haben diese Exemplare auch einen Wartungsstau und weisen einige optische Mängel auf.

Ob es sich lohnt den Wagen mit Neuteilen wieder instand zu setzen?
Wirtschaftlich lohnt sich das sicherlich nicht. - Mal vorausgesetzt es gibt noch neue Blechteile...
Da muss eher das Herz als der Kopf entscheiden.
Rost ist eigentlich kein großes Problem bei den Fahrzeugen. Daher sollten sich doch gebrauchte Blechteile auftreiben lassen, mit denen der Baron wieder fit zu bekommen ist. Nach einer Lackierung sollte dass dann OK sein.
Allerdings wie bei jedem Unfallwagen nicht mehr ganz makellos.
Grüße aus Hannover
Andreas
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2.2l T2 Conv. GTC 1989
3.0V6 Conv. LX 1990

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Renault Captur für meine Frau :)

JJ
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Re: Schwiegermutters LeBaron 3.0 V6: Crash!

Beitrag von JJ »

Hallo auch,

hatte vor Jahren einen unverschuldeten Unfall, bei dem mich die gegnerische Versicherung auch mit kleinem Geld abspeisen wollte - und mit meinem damaligen Gutachter, der auf Old-/&Youngtimer spezialisiert war, richtig Glück gehabt.

Dazu hab´ ich alles über ´nen "richtig scharfen" Anwalt regeln lassen ... hat ein bißchen gedauert, aber letztlich wurde alles - inkl. "Opfergrenzen-Zuschlag" (diesen Begriff kannte ich vorher nicht) anerkannt und bezahlt.

Gruß & ebenso viel Glück

JJ
Sonntachsfahrer mit 2002 Sebring Cabrio 2,0/16V/Schalter

Turmpalast
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Registriert: Sa 16. Aug 2014, 20:33

Re: Schwiegermutters LeBaron 3.0 V6: Crash!

Beitrag von Turmpalast »

Hallo Andreas und JJ,

vielen Dank für Eure Antworten. Ja, die gegnerische Versicherung hat jetzt zwangsweise begriffen, dass es sich hier um einen Youngtimer handelt, und die Instandsetzung würde wegen des hohen Erinnerungswerts auch jenseits der wirtschaftlichen Vernunft erfolgen. Dass Gebrauchtteile erhältlich sind, weiß ich, und inzwischen habe ich auch eine Quelle für neue Aftermarket-Blechteile (Restposten) entdeckt. Was sagt Ihr als Kenner: Lieber gebrauchte Originalteile verarbeiten oder neue Nachbauteile?

O-Ton Schwiegermutter: "Mir ganz egal, was im Gutachten steht. Für mich ist er 50 000 wert."

Grüße
Christian

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xedos
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Registriert: Do 15. Feb 2007, 20:36

Re: Schwiegermutters LeBaron 3.0 V6: Crash!

Beitrag von xedos »

Lieber gute Gebrauchte. Oder neu direkt vom Hersteller (bei Chrysler wohl eher schwierig)!
Ich weiß nicht wie das bei den Blechteilen für den Baron im "Aftermarked" ist. Aber bei anderen Herstellern sind die oftmals nicht passgenau.
Grüße aus Hannover
Andreas
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Ratte
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Re: Schwiegermutters LeBaron 3.0 V6: Crash!

Beitrag von Ratte »

Empfehle auch lieber gute gebrauchte, da hast bei der Paßform weniger Probleme.

Turmpalast
Beiträge: 3
Registriert: Sa 16. Aug 2014, 20:33

Re: Schwiegermutters LeBaron 3.0 V6: Crash!

Beitrag von Turmpalast »

Herzlichen Dank an alle! Der Karosseriebauer sieht es genauso und verwendet Gebrauchtteile. Wir hoffen, dass hinterher die Fugen passen, die Zierlinie fluchtet und das Lackbild stimmt. Haltet uns die Daumen.

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