Das Ende meines Barons wegen eines Wellendichtrings?

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zweifler
Beiträge: 68
Registriert: Fr 16. Aug 2013, 00:32

Das Ende meines Barons wegen eines Wellendichtrings?

Beitrag von zweifler »

Hallo an das Forum,
am Montag hat mein Baron (Turbo II, 177 PS, Schaltgetriebe) eine Ölspur vor und in der Garage hinterlassen. Habe ihn von der Werkstatt holen lassen, die sich auch vor etwas über einem Monat um den TÜV gekümmert hat. Zumal es nicht auszuschließen war, dass deren Reparatur der Ölwanne nicht gehalten hat. Das Öl läuft an der gleichen Stelle herunter, wie vor der Reparatur (linke Seite zwischen Motorblock und Getriebe). Inzwischen meint der Werksattleiter es sei wohl ein Wellendichtring zwischen Getriebe und Motor Schuld, er kann es aber auch nicht hundertprozentig sicher sagen. Er veranschlagt für eine Reparatur mindestens 3 Arbeitstage und Kosten von ca. 900 bis 1200 €!!! Das Getriebe müsse dafür ausgebaut werden und es wäre ratsam, dann auch gleich die Kupplung mit zu machen, weil sie inzwischen verölt sein könnte. Da seiner Meinung nach auch der Kat bald gewechselt werden sollte, weil er klappert und die hinteren Stoßdämpfer bald gewechselt werden sollten, weil sie ölfeucht seien, meint er, ich solle mir das mit der Reparatur noch einmal überlegen. Es würde sich seiner Meinung nach nicht mehr lohnen. Dazu sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Kat und Stoßdämpfer vor etwas über einem Monat für den TÜV überhaupt noch kein Thema waren. Habe für den TÜV erst richtig in den Baron investiert! Und das soll ich jetzt in den Wind schießen und den Baron verschrotten? Kann mir jemand helfen? Wäre ein defekter Wellendichtring wirklich so verheerend? Wie aufwendig und teuer würde das wirklich? Könnte das jemand aus dem Forum zu einem fairen und noch vertretbaren Preis reparieren? Bin dankbar für jede Unterstützung und jeden Tipp!
Gruß
Martin
Grüße an das Forum
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Chrysler Le Baron Turbo II,
2,2 l, 177 PS, BJ. 1990

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xedos
Beiträge: 2364
Registriert: Do 15. Feb 2007, 20:36

Re: Das Ende meines Barons wegen eines Wellendichtrings?

Beitrag von xedos »

Wenn der Wagen vor der letzten Reparatur schon geölt hatte, wird dies damals schon der gleiche Fehler gewesen sein.
Das die Werkstatt drei Tage benötigt um das zu reparieren, mag sicherlich sein, da evtl. Teile erst bestellt werden können, wenn man das alles zerlegt hat. Aber wie hoch der tatsächliche Arbeitsaufwand ist, kann ich nicht wirklich beurteilen.
Aus dem Bauch heraus würde ich für Getriebe Aus- & Einbau auf ca. 4-5 Stunden tippen. Je nach Stundenlohn (freie Werkstatt evtl. 60,-) würde man das grob überschlagen können.

Auf jeden Fall würde ich noch einmal zwei drei weitere Werkstätten anfahren, und mir dort eine Meinung und Preisvorstellung einholen.

Im Gesamten mit Kat und Stoßdämpfern würde ich mir Gedanken darüber machen, wie "gut" diese Werkstatt ist. Wenn das alles so ist, wäre eine Gesamteinschätzung vor dem letzten TüV sicherlich sinnvoller gewesen.
Was hattest du denn damals in Auftrag gegeben? Erneuerung der Ölwannendichtung? Oder Beseitigung der Öl-Leckage?

Das beim Getriebeausbau die Kupplung gleich mit erneuert wird ist allerdings schon korrekt. Zumindest wenn der Wagen schon einiges an Laufleistung gesehen hat.


Mein V6 benötigt auch mal neue Simmerringe. Aber das schon seit einigen Jahren. Bei passender Gelegenheit ist das dann mal mit zu erneuern.... :)
Grüße aus Hannover
Andreas
______________________
2.2l T2 Conv. GTC 1989
3.0V6 Conv. LX 1990

200/8 W115 1975
280SE W116 1977
420SE W126 1988
270CDI S210 2001

Lotus Esprit X180 NA 1989

Renault Captur für meine Frau :)

zweifler
Beiträge: 68
Registriert: Fr 16. Aug 2013, 00:32

Re: Das Ende meines Barons wegen eines Wellendichtrings?

Beitrag von zweifler »

Hallo Andreas,
der Auftrag an die Werkstatt lautete Fahrzeug für den TÜV fertig machen und durch den TÜV bringen. Vorab hat der Werkstattleiter mit mir zusammen eine Fahrzeugbesichtigung germacht und angemerkt, was auf jeden Fall gemacht werden muss. Dazu gehörte auch die Abdichtung des Motors. Die Ölwanne war definitiv beschädigt und nach der Reparatur und dem TÜV war der Baron zunächst mal ca. 4 Wochen trocken. Er hat dann völlig unvermittelt und gleich ziemlich heftig wieder angefangen zu tropfen. Von einem Parkplatz losgefahren, alles in Ordnung, einen Kilometer weiter in die Garage fahren wollen, eine kleine Spur gezogen. Kann jetzt aber nicht beurteilen, ob die Reparaturstelle an der Ölwanne trocken ist, da ich bei der Besichtigung in der Werkstatt nicht wie ursprünglich vorgesehen dabei sein konnte. Der Werkstattleiter hat zwar gesagt es wäre dort alles okay, aber er hat auch nicht wirklich überzeugend ("es sieht so aus als ob") sagen können, wo das Öl jetzt her kommt.
Natürlich wäre es gut eine andere Werkstatt zu fragen, scheitert aber daran, dass ich schon damals für den TÜV niemand in meiner Nähe gefunden habe, dem man den Baron ohne Bedenken übergeben könnte und er auch so nicht mehr gefahren werden kann. Ist eine schei... Zwickmühle!! Das Verhalten der Werkstatt ist für mich sehr schwer zu deuten, denn natürlich muss man sich auch immer wieder fragen, wie es sein kann, dass solche ansich TÜV-relevanten Dinge nicht schon für den TÜV eine Rolle spielten. Das klappern des Kat habe ich schon vorher mal wahrgenommen, aber erst vermutet eine lose Abschirmung im Motorraum ist die Ursache. Das die Stoßdämpfer bald fällig wären, wurde mir nach der TÜV-Untersuchung gesagt, ist aber komischerweise nicht vom Prüfer moniert worden.
Gruß
Martin
Grüße an das Forum
Martin

Chrysler Le Baron Turbo II,
2,2 l, 177 PS, BJ. 1990

frank

Re: Das Ende meines Barons wegen eines Wellendichtrings?

Beitrag von frank »

Hallo, Heiko Ebersberger http://www.us-car-service.eu/ hat meinen Baron technisch wieder hinbekommen. Ist sehr erfahren mit Reparaturen an unseren Barons. Kann ich wirklich empfehlen.

tom
Beiträge: 204
Registriert: Sa 10. Mär 2007, 19:22

Re: Das Ende meines Barons wegen eines Wellendichtrings?

Beitrag von tom »

Hallo
Manche Ölzusätze sollen Dichtungen wieder regenerieren.
Das Internet ist voll von solchen Produkten.
Le Baron 2,2 GTC ,Turbo II, Bj. 1989

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jenhan
Beiträge: 220
Registriert: Fr 30. Mär 2007, 14:49

Re: Das Ende meines Barons wegen eines Wellendichtrings?

Beitrag von jenhan »

Glaub erst mal keiner Werkstatt und leg Dich selber runter. Nicht dass das Öl einfach nur an der tiefsten Stelle abtropft und von weiter oben kommt. So eine Lecksuche kann in der Werkstatt richtig kosten. Man bezahlt halt die Zeit.

Vielleicht findest Du sie selber. Ist jetzt noch nicht die Jahreszeit, aber im Sommer bist Du bestimmt motivierter dafür. Solange weiter fahren, und ggf nachkippen. Beim Parken zu Hause ein Töpfchen runterstellen oder einen alten Teppich. Im Bulliforum gibs Leute, die ham sich ein kleines Eimerchen oder Schwämme drunter getüddelt, damit die Sauerei erst mal aufhört.. Hast doch zwei Jahre Zeit, zum Suchen. Bis dahin ergibt sich immer was.

Wenn eine Kupplung verölt, fängt sie beim satten Gasgeben sehr schnell an zu rutschen. Hat ich beim Peugeot 106. (Wellendichtring leck)
Nach Hause kommst dann sachte aber immer noch. Ich bin damals damit sogar noch einen Monat gefahren.

Sollte die Kupplung in nächster Zeit nicht rutschen, würd ich den Wellendichtring sogar erst mal ausschließen. Sollte der nämlich leck sein, kriegt die Kupplung zu 90% was ab. Und raus muß die dann eh, ob jetzt oder später.

Ölfeuchte Stoßdämpfer sind sekundär, solange sie dämpfen. Wenn sie das nicht mehr tun, merkst Du das definitiv.
Prüfe regelmäßig, indem du den Wagen hinten aufschaukelst.

Sollte Dir das nicht reichen, kannst Du die natürlich testen lassen. Fahre nicht zu ATU, die bauen dir sogar vorne neue ein.
Ich würd da nix machen, solange ich nix merk oder der nächste TÜV meckert.

Und wenn der Kat klappert, dann klappert er halt. Solange Dir das nicht auf den Keks geht? Die AU hat er doch grad gemeistert. Da würd ich bis zur nächsten AU auch gar nichts machen, außer schauen, woher das Klappern wirklich kommt. Schelle, Hitzeblech?

Ist halt nicht mehr der jüngste, aber auch alles nix schlimmes (außer, wenns Getriebe raus muss, aber das muß erst mal bewiesen sein)

Einen frisch getüvten Baron würd ich im Leben nicht verschrotten. Das kannst Du auch in zwei Jahren noch.

Vielleicht hast bis dahin jemand in Deine Umgebung gefunden, der Dir helfen kann.

Oder vielleicht hast Dich bis dahin soweit vorgewagt, alles selber zu machen.. Die Teile kosten nämlich fast nüscht... is nur die Arbeit , die alles so dolle teuer macht.

P.S.
Von Ölmittelchen würd ich Deinem Fall eher abraten. Das funktioniert zwar im Rahmen bei klassischen Motoren, aber ich hätte Angst um den Turbo.

Viel Glück! ......erst mal weiter ... immer weiter....
1990 US-V6

zweifler
Beiträge: 68
Registriert: Fr 16. Aug 2013, 00:32

Re: Das Ende meines Barons wegen eines Wellendichtrings?

Beitrag von zweifler »

Hallo an alle,
erst mal vielen Dank für Eure Reaktionen und Motivation! Bin inzwischen etwas zuversichtlicher! Am Donnerstag abend wäre ich bald Amok gelaufen und habe schon meine Träume von der nächsten, offenen Saison beinahe aufgegeben. Zunächst mal werde ich jetzt sehen, dass der Baron schnell wieder nach Hause kommt. Habe jetzt auch von anderen gehört, dass das, was unten zu sehen ist, natürlich auch von weiter oben kommen kann, z. B. von der Ölleitung zwischen Motor und Turbolader (die gerne mal durch die Alterung des Gummis undicht wird). Das wird auch das erste sein, was ich checken werde! Wäre super, wenn es nur daran liegt! Ansonsten habe ich jetzt auch jemanden, der mir das Getriebe für ungefähr die Hälfte der Zeit und des Geldes aus- und wieder einbauen würde! Das würde sich auf jeden Fall noch lohnen! Wenn die Stoßdämpfer endgültig ihren Geist aufgeben, ist das kein großes Drama, denn die sind mit Sicherheit bezahlbar und relativ einfach zu tauschen. Der Kat rappelt ja nicht immer und bis zum nächsten TÜV werde ich ihn raus schneiden und einen anderen zwischen klemmen. Also, das wird schon!
Gruß
Martin
Grüße an das Forum
Martin

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jenhan
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Registriert: Fr 30. Mär 2007, 14:49

Re: Das Ende meines Barons wegen eines Wellendichtrings?

Beitrag von jenhan »

So gefällst Du mir.

Immer schön optimistisch bleiben.

Am Ende ist alles gut. -> Wenns noch nicht gut ist, ists noch nicht zu Ende!

Und gewöhn Dir das mit irgendwelchen Werkstätten ab. Eigene leidvolle Erfahrungen...

Ich wünsche Dir viel Glück! Soll der Sommer kommen!
1990 US-V6

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California-Peter
Beiträge: 867
Registriert: Do 15. Feb 2007, 01:47

Re: Das Ende meines Barons wegen eines Wellendichtrings?

Beitrag von California-Peter »

Hier meine 5cents von der anderen Seite des Grossen Teichs:

Ersteinmal sind dies Reparaturen, die bei jedem Wagen dieses Alters anfallen; Verschleiss.

Bei einem LeBaron musst du dich immer fragen:
"Ist es ein normales Auto?" oder "Hab ich meinen LeBaron lieb?"
Fuer mehr als 80% von den Forum-lern hier ist es bestimmt eine Hass-Liebe. Wir wissen, dass wir schon bei dem Kauf einen wirschaftlichen Sachen erlitten haben. Jede weitere Ausgabe ist eigentlich ein Verlust und wird sich nie wieder einspielen.
Ich habe ca. $20,000 in meinem LeBaron reingesteckt; weil ich ihn erhalten wollte.

Also, frag dich:
Wenn 'nur' ein Auto ==> kein Geld ausgeben
Wenn "Liebe" ==> investier und investier und investier

8)
Viele Gruesse aus dem Wilden Westen,

Peter (California - USA)
<ex - 1989, 2.5T, conv., red, pimp'd>

Hoggi
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Registriert: So 4. Mär 2007, 08:23

Re: Das Ende meines Barons wegen eines Wellendichtrings?

Beitrag von Hoggi »

Meine 2 Cent:
"Liebe" - aber kein Geld investieren, sondern Zeit ... ca. 3 Stunden pro Woche. Mit Wagenheber und Supermarktwerkzeug läßt alles richten.
H.
88er 2.2l Turbo1 Cabrio

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