Vorstellung, Getriebeproblem und ein Ersatzteil zu viel.

Hier geht es nur um das 4-Gang-Automatikgetriebe vom V6.

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Pacifica

Vorstellung, Getriebeproblem und ein Ersatzteil zu viel.

Beitrag von Pacifica »

Hallo Zusammen,

da es im deutschen Teil des Internets kein ernst zu nehmendes Chrysler Pacifica Forum gibt und zumindest das darin verbaute Getriebe ein A604 ist, habe ich mir mal erlaubt mich hier dazwischen zu schieben und hoffe das es OK ist.

Wie bereits erwähnt fahre ich einen Chrysler Pacifica 3,5l mit der besagten Automatik.
Das Problem ist folgendes: er ruckt beim runter schalten vom 3-->2 Gang (der Ruck ist brutal und geht durch den ganzen Wagen) und immer mal wieder auch kurz vom stehen bleiben an der Ampel beim Schaltvorgang 2-->1 Gang.

Was wurde bereits gemacht:

- Ölwechsel Mopar ATF +4 inkl. Filter (ein paar Späne aber keine Bauteile in der Wanne)
- Solenoid Pack getauscht

Was ist noch auffällig:

- Beim messen am Ölstab ist das Öl (auch vor dem Wechsel) immer knallrot. Beim ablassen aus der Wanne und auch eben beim Tausch des Solenoid, sehe ich immer wieder grüne Flüssigkeitsanteile.
Gibt es eine Möglichkeit, dass Kühlwasser in das Getriebe kommt oder ist das auszuschliesen?

Was haben die beiden Sensoren am Getriebe für ein Schlüsselmaß?? Mit einer normalen Nuss kommt man da ja nicht drüber, gibts da einen Lösungsansatz?

Abschließend:

Da ich das Solenoid Pack jetzt umsonst getauscht habe, hätte ich jetzt noch ein gebrauchtes, aber intaktes Pack abzugeben. Nur die Dichtung ist natürlich hinüber.

An der Stelle schon mal vielen Dank, ich bin guter Dinge hier nicht so Werkstattsprüche der letzten Tage zu hören: Kenn ich nich...pack ich nich an! :) oder O-Ton Chrysler Händler "dafür haben wir gar keine Software zum auslesen...da kann ich ihnen nicht helfen.....usw....ach die Vermutung verschlissener Bremsbänder war auch dabei.. :lol:

Gruß Stephan

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matador
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Registriert: Mo 18. Feb 2008, 06:07

Re: Vorstellung, Getriebeproblem und ein Ersatzteil zu viel.

Beitrag von matador »

Hallo Stephan
Der einzige Weg der Kühlflüssigkeit führt nur durch den Kühler,
da das Getriebeöl ja links mit durch den Motorkühler läuft.
Die Aussage mit den verschlissenen Bremsbändern kannst du gleich wieder vergessen.
Das A604 hat keine.

Gruß Kai
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Pacifica

Re: Vorstellung, Getriebeproblem und ein Ersatzteil zu viel.

Beitrag von Pacifica »

Moin Kai,

danke für deine schnelle Antwort. Die Geschichte mit den Bremsbändern wusste ich bereits....scheint ja ein Klassiker zu sein:)

Bezüglich des Kühlwassers....wäre es konstruktionsbedingt überhaupt möglich, dass sich die beiden Flüssigkeiten an der Stelle vermengen?

Gruß Stephan

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matador
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Registriert: Mo 18. Feb 2008, 06:07

Re: Vorstellung, Getriebeproblem und ein Ersatzteil zu viel.

Beitrag von matador »

Nur, wenn ein defekt vorliegt.
Dann sollte aber auch Öl im Kühlwasser sein.
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3-20-Zeichen
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Re: Vorstellung, Getriebeproblem und ein Ersatzteil zu viel.

Beitrag von 3-20-Zeichen »

matador hat geschrieben:...Dann sollte aber auch Öl im Kühlwasser sein.
Nicht zwangsläufig.
Der Druck im Kühlwasserkreislauf ist normalerweise immer höher als der im Getriebekreislauf.
Ein kleiner Riß oder kleines Leck im Getriebeölkühler kann Wasser in eine Richtung durchlassen, dann wird das ATF immer wieder vergiftet und die Mechanik wird draufgehen.

Ich würde unbedingt im einzig ernstzunehmenden Chrysler-Gesamtforum im Voyagerbereich den Kai (Nickname "Klemu") ausfindig machen, seine Tel.Nr ist dort öffentlich, und wenigstens telefonisch mit ihm reden; der kann selbst von weitem mehr als alle mir bekannten Forenten, und jede mir bekannte noch offene Chrysler-Werkstatt, aussagen und "machen".
aus gegebenem Anlass: "wenn Du merkst, dass Dein Pferd tot ist, steig lieber ab..."

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matador
Beiträge: 1778
Registriert: Mo 18. Feb 2008, 06:07

Re: Vorstellung, Getriebeproblem und ein Ersatzteil zu viel.

Beitrag von matador »

Oder schreibst ihn über Facebook an
https://www.facebook.com/kai.kleemann?fref=ts
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Pacifica

Re: Vorstellung, Getriebeproblem und ein Ersatzteil zu viel.

Beitrag von Pacifica »

Großartig!!
Der Name ist mir bei meinen Recherchen immer mal wieder über den Weg gelaufen, jetzt klingel ich den Herrn mal an:)

Gruß Stephan

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omafits
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Registriert: Mo 16. Jul 2007, 12:44

Re: Vorstellung, Getriebeproblem und ein Ersatzteil zu viel.

Beitrag von omafits »

Kannst aber auch fürs erste den Getriebeölkühler aus den Kreislauf nehmen und einfach mal warmlaufen lassen, nun sollte eventuell schon Kühlwasser aus dem Anschluß des Getriebeölkühlers tropfen :wink:
Wenn nicht Öl und Filter erneut wechseln , und erst mal ohne den Getriebeölkühler fahren "Auf jedenfall ist da die einzige stelle wo es zur mischung kommen kann"
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notze
Beiträge: 251
Registriert: So 12. Mai 2013, 06:45

Re: Vorstellung, Getriebeproblem und ein Ersatzteil zu viel.

Beitrag von notze »

Hallo
Schick mir eine Probe deines Öls. Am besten mit der Fremdflüssigkeit. Ich kann das mit einer speziellen Zentrifuge diagnostizieren ob es sich um Kühlwasser handelt. Bitte dan PN.
Gruß Notze

Worlac
Beiträge: 1
Registriert: Do 26. Mai 2016, 06:23

Re: Vorstellung, Getriebeproblem und ein Ersatzteil zu viel.

Beitrag von Worlac »

Moin,
Ist zwar schon etwas länger her das Thema , aber ich habe das selbe Problem mit dem schlagen des Getriebes und wollte fragen ob eventuell es eine Lösung für das Problem gibt ?

MfG.
Daniel

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Nonickatall
Beiträge: 1366
Registriert: Di 18. Aug 2015, 19:51

Re: Vorstellung, Getriebeproblem und ein Ersatzteil zu viel.

Beitrag von Nonickatall »

Worlac hat geschrieben:Moin,
Ist zwar schon etwas länger her das Thema , aber ich habe das selbe Problem mit dem schlagen des Getriebes und wollte fragen ob eventuell es eine Lösung für das Problem gibt ?

MfG.
Daniel
Das "Schlagen" des Getriebes kann verschiedene Ursachen haben.

Zur Erklärung: Das Getriebe schaltet, indem es (beim 604) zwei Planetenradsätze unterschiedlich drehen lässt. Manchmal läuft nur das Ringrad, manchmal der Planetensatz und manchmal nur das Sonnenrad. Um zu schalten werden via Lamellenkupplung (die funktionieren ähnlich wie ein Motorradkupplung) Ringräder, Planetenläufer oder Sonnenräder festgehalten. Gute Erklärung zur Funktionsweise findet man hier für das A604:

https://www.youtube.com/watch?v=aOmRqEwU-dY

oder hier allgemein:

https://www.youtube.com/watch?v=u_y1S8C0Hmc

Wenn alles stimmt funktioniert der Schaltvorgang folgendermaßen. Die Getriebe Steuerung errechnet aufgrund der Gaspedalstellung und der Drehzahlen der Eingangs- und Ausgangs-Sensoren den Zeitpunkt und die Art (Hoch- oder herunter schalten) des nächsten Schaltvorgangs und steuert den Öldruck via Solenoidpack und der Schalthebelstellung zu dem entsprechenden Kolben, der entweder öffnet oder schließt. Das Lamellenpaket wird damit gelöst oder blockiert. In der Regel schalten verschiedene Lamellenpakete gleichzeitig.

Für einen sauberen Schaltvorgang muss das Lamellenpaket ein definiertes Spiel haben. Sind z.B: die Lamellen verschlissen dauert der Schaltvorgang zu lange, weil der Weg des Kolben zu lang wird. Da aber die Pakete gegenläufig schalten, eines wird geöffnet während ein zweites schließt führt das zum "Schlagen" weil kein übergangsloser Kraftschluss vorhanden ist. Da meistens die Lamellen des Low Gear, der für 1 und Rückwärtsgang verantwortlich ist, verschleißen, weil diese natürlich am häufigsten schalten, kommt es dann beim Herunterschalten zu dem schlagen. Die Overdrive Clutch ist dann schon offen, die Drehzahl steigt im Getriebe, und zeitverzögert schließt dann erst die Low Gear Clutch.

Also "Schlagen", vor allem beim Herunterschalten in den 1 Gang, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit an verschlissenen Lamellenkupplungen liegen. Das kann man auslesen lassen. Die Getriebe Software merkt das nämlich und meldet es als Fehler.

Aber es kann auch andere Ursachen haben:
Da die definierte Reibung der Lamellen wesentlich vom verwendeten Öl und dessen Qualität abhängt, kann auch altes oder falsches Öl zu schlechter Schaltqualität führen. Auch der Ölstand ist extrem wichtig.

Des weiteren kann ein verschmutzter Solenoidblock, der Magnetventile enthält, die den Ölfluss steuern zu Schaltproblemen führen. Auch ein Defekt an Sensoren, dem Kabelbaum und/oder der Getriebesteuerung kann zu Schaltfehlern führen.

Wie geht man sinnvoll vor?

1. Öl
Prüfen wie alt bzw. verschmutzt das Öl ist und ggfls. wechseln. Auf jeden Fall auf korrekten Ölstand achten.

2. Diagnose
Sollte das nicht zum Erfolg führen würde ich raten, dass Getriebe auslesen zu lassen. Dazu gibt es hier im Forum einige Adresse. Das spart einen Menge Bastelei und Sucherei.

Wenn es ein Sensor ist tauschen, wenn es der Solenoidblock ist tauschen, wenn der Fehler im Kabelbaum liegt suchen.

Wenn es verschlissene Lamellen sind, entweder Austauschgetriebe kaufen und einbauen (Kosten rund 1.300-1.800 Euro + Einbau oder selbst machen (Überholsatz kostet ca. 130€) ist allerdings nur für erfahrene Schrauber mit Werkstatt, Zugriff auf Spezialwerkzeug und genug Zeit zu empfehlen. Siehe viewtopic.php?f=15&t=8294

Oder damit leben, so lange es geht und Auto wegschmeißen... :|

LG
Ralf

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xedos
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Re: Vorstellung, Getriebeproblem und ein Ersatzteil zu viel.

Beitrag von xedos »

Mensch Ralf, du entwickelst dich noch zu einem Getriebe-Experten...

Vielleicht überzeugt dich das nun vom Chrysler und du möchtest gar nicht mehr an irgend welchen BMW's schrauben. ;)
Grüße aus Hannover
Andreas
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Nonickatall
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Re: Vorstellung, Getriebeproblem und ein Ersatzteil zu viel.

Beitrag von Nonickatall »

xedos hat geschrieben:Vielleicht überzeugt dich das nun vom Chrysler und du möchtest gar nicht mehr an irgend welchen BMW's schrauben. ;)
Ich glaube eher nicht, denn so ein E32 Getriebe hält, wenn es gewartet wird und kein Vollidiot Burnout probiert locker 500.000 km.

So einen Depp hatte ich mal im BMW Forum. :cry: Der halt Vollgas gegeben und dann bei Drehzahl den ersten Gang eingelegt um einen Burnout zu machen. Hat das Getriebe dann wörtlich genommen und ist ihm um die Ohren geflogen... :roll:

Aber sonst gibt es das nicht wie bei Chrysler, bei 189.000 km das Getriebe durch.. Da ist das ZF Getriebe erst eingefahren.. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Und auch sonst muss ich sagen schraubt es sich an einem BMW angenehmer, aller etwas solider und durchdachter. Mann kommt besser dran und zum Beispiel Kabelbäume sehen nicht nach 10 Jahren vergammelt aus, weil die komische Plastikumhüllung spröde geworden ist und zerbröselt.

Aber das LeBaron Forum ist viel netter als das BMW Forum. :D :D :D

LG
Ralf

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xedos
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Re: Vorstellung, Getriebeproblem und ein Ersatzteil zu viel.

Beitrag von xedos »

Ich habe ja sonst lieber einen Stern am Kühler, aber son 7ner könnte mir auch gefallen. Natürlich 750 :twisted:
Oder 850. :mrgreen:
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Andreas
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Nonickatall
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Re: Vorstellung, Getriebeproblem und ein Ersatzteil zu viel.

Beitrag von Nonickatall »

xedos hat geschrieben:Ich habe ja sonst lieber einen Stern am Kühler, aber son 7ner könnte mir auch gefallen. Natürlich 750 :twisted:
Oder 850. :mrgreen:
Bis Bj. 1995 haben mir Daimler auch besser gefallen, aber seit dem baut Mercedes nur noch rostenden Kernschrott mit Elektronikproblemen, und wenn ich die aktuellen Autos sehe, auch noch abartig hässlich dazu. Aber das ist sicher Geschmackssache. Hätte nie gedacht, dass mir der aktuelle Passat mal besser gefällt als die E-Klasse, weil er besser verarbeitet ist und das Design besser ist. :|

Ja, der 750 ist ein dankbares Auto, außer wenn man Zündkerzen wechseln muss. :( Vor allen wenn er Standheizung verbaut hat... :evil: Da sehen die Unterarme danach aus als sei man nackt durch ein Brombeergebüsch gelaufen.. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Der 850 ist momentan noch recht billig zu haben. der wird in den nächsten Jahren preislich sicher noch oben gehen. Das ist ein "noch" unterschätzter Youngtimer.

LG
Ralf

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