Problem Zylinderkopdichtungen V6

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speed265
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Problem Zylinderkopdichtungen V6

Beitrag von speed265 »

Hallo Leute, nach dem ich letzte Saison und anfangs dieser Saison einigen Ärger mit den Zylinderkopfdichtungen beim V6 hatte bin ich der Sache mal auf den Grund gegangen. Wie es scheint Problem erkannt und gelöst. Mein Cabrio Bj. 91 hatte seit dem ich es besitze (2013) schon immer etwas Wasser verbraucht. Ca. 0,1 Liter auf 1000 Km. Letzten Herbst wurde das Problem akut. Weißer Wasserdampf im Abgas und Gasblasen im Kühlwasser. Also Kopfdichtungen erneuert so wie es im Werkstatthandbuch steht. Probefahrt gemacht, alles okay und Saisonende. In diesem Frühjahr ca. 300 Km gefaher und wieder Wasserdampf im Abgas und Gasblasen im Kühlwasser. Was soll das? Was ist da schief gelaufen? Nach einigen Recherchen im Netz und auch hier im Forum festgestellt das das Anzugsmoment der Zylinderkopfschrauben von 95 Nm auf 108 Nm von Chrysler erhöht wurde. Jetzt hab ich mal zum Nachrechnen angefangen. Die Zylinderkopfschrauben sind bei diesem Motor relativ kurz. Die Schaftlänge beträgt ca. 70 mm. Bei einem Anzugsmoment von 108 Nm beträgt die Längendehnung nur mal 0,2 mm. In diesen 0,2 mm liegt die ganze Vorspannkraft. Wenn sich jetzt die neue Zylinderkopfdichtung nach dem Anziehen noch etwas setzt zB. 0,1 mm ist die halbe Vorspannkraft schon weg und wird wieder undicht. Also hab ich folgendes gemacht. Auf 108 Nm anziehen und 24 Stunden gewartet. Nochmal mit 108 Nm anziehen, alle Schrauben ließen sich nachziehen. Wieder 24 h gewartet und nochmal nachziehen. 50% der Schrauben ließen sich nachziehen. Und nochmal 24 h gewartet und wieder nachziehen. Diesmal bewegte sich keine Schraube mehr. Alles zusammen gebaut und 300 Km gefahren und dann nochmal nachgezogen mit 108 Nm bei kaltem Motor. Ca. 30 % der Schrauben liesen sich nachziehen. Dann 500 Km gefahren und nachgezogen. Diesmal alle Schrauben fest. Jetzt gibt’s keine Probleme mehr.
Fazit: Eine etwas aufwendige Vorgehensweise die das Problem aber beseitigt. Ich kanns nur empfehlen es so zu machen wenn man keinen Ärger mit den Kopfdichtungen haben will.
Gruß Erich
Le Baron Cabrio GTC 3.0 V6 Automatik Bj.91

Reinhold030
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Re: Problem Zylinderkopdichtungen V6

Beitrag von Reinhold030 »

Also einmal nach 1000 km nachziehen kenne ich noch von früher , aber so oft wie du nachziehen könntest ist mir ein Rätzel und würde mir zu bedenken geben :shock:

Gruß Reinhold

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jexner
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Re: Problem Zylinderkopdichtungen V6

Beitrag von jexner »

Nach Handbuch anziehen. Danach in der richtigen Reihenfolge nochmal ne 1/4tel umdrehung und das Thema ist erledigt.
Der weiße V6 aus´m Ruhrpott
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- 93ziger LeBaron Conv. GTC 3L V6
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Franky
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Re: Problem Zylinderkopdichtungen V6

Beitrag von Franky »

Heißt das für den technischen Laien, dass man an alle Zylinderkopfschrauben
auch ran kommt ohne Teile vom Motor abzuschrauben (Ansaugbrücke, Ventildeckel etc.)?
Franky
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Nonickatall
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Re: Problem Zylinderkopdichtungen V6

Beitrag von Nonickatall »

Franky hat geschrieben:Heißt das für den technischen Laien, dass man an alle Zylinderkopfschrauben
auch ran kommt ohne Teile vom Motor abzuschrauben (Ansaugbrücke, Ventildeckel etc.)?
Na, die Ventildeckel müssen natürlich runter und dazu muss, für den hinteren, der Luftfilterkasten weg und die Lichtmaschine abgeschraubt werden. Aber die Ansaugbrücke muss nicht runter.

Aber ich kann, vor allem Laien, nur davon abraten an einem Motor ohne Not die Zylinderkopfschrauben nachzuziehen. Klar bei beginnender Undichtigkeit kann das helfen, habe auch diese Weise auch schon mal einen BMW gerettet, der danach wieder dicht war. Aber das kann auch zu schweren Motorschäden führen wenn Zylinderköpfe reisen oder Gewinde ausreisen. Wenn, sowieso nur mit Drehmomentschlüssel und entsprechenden Drehmomenten.

Aber gerade beim Zylinderkopf gilt:
Never touch a running system

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Franky
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Re: Problem Zylinderkopdichtungen V6

Beitrag von Franky »

"Hallo Leute, nach dem ich letzte Saison .... Auf 108 Nm anziehen und 24 Stunden gewartet. Nochmal mit 108 Nm anziehen, alle Schrauben ließen sich nachziehen. Wieder 24 h gewartet und nochmal nachziehen. 50% der Schrauben ließen sich nachziehen. Und nochmal 24 h gewartet und wieder nachziehen. Diesmal bewegte sich keine Schraube mehr. Alles zusammen gebaut und 300 Km gefahren und dann nochmal nachgezogen mit 108 Nm bei kaltem Motor."

Wie hat der Threadbeginner das dann angestellt?

Ich würde es sowieso nicht selbst machen, sondern zu Ulmar fahren, denn meine Kopfdichtung leckt an der Seite zur Spritzwand. Wenn aber sowieso fast alles runter muß, wäre es vielleicht sinnvoller, die Dichtung gleich zu wechseln, oder vorm nächsten TÜV wieder eine Motorwäsche zu machen :)

Gruß
Detlef
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Franky
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Nonickatall
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Re: Problem Zylinderkopdichtungen V6

Beitrag von Nonickatall »

Franky hat geschrieben:Ich würde es sowieso nicht selbst machen, sondern zu Ulmar fahren, denn meine Kopfdichtung leckt an der Seite zur Spritzwand. Wenn aber sowieso fast alles runter muß, wäre es vielleicht sinnvoller, die Dichtung gleich zu wechseln, oder vorm nächsten TÜV wieder eine Motorwäsche zu machen :)
Kann es sein das du von der Ventildeckeldichtung und nicht von der Zyllinderkopffichtung sprichst?

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Franky
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Re: Problem Zylinderkopdichtungen V6

Beitrag von Franky »

nö, die sind beide nagelneu :)
Franky
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xedos
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Re: Problem Zylinderkopdichtungen V6

Beitrag von xedos »

Nonickatall hat geschrieben: Aber ich kann, vor allem Laien, nur davon abraten an einem Motor ohne Not die Zylinderkopfschrauben nachzuziehen. Klar bei beginnender Undichtigkeit kann das helfen, .... Aber das kann auch zu schweren Motorschäden führen wenn Zylinderköpfe reisen oder Gewinde ausreisen. Wenn, sowieso nur mit Drehmomentschlüssel und entsprechenden Drehmomenten.
Ja, du hast es auf den Punkt gebracht.
Der Trick muss nicht darin liegen, dass siech die Schrauben nicht mehr drehen lassen.

Am Zylinderkopf werden in der Regel auch Dehnschrauben verbaut, weshalb man diese beim Wechsel der Kopfdichtung auch neu nehmen muss.

Durch wärmeeinfluss müssen die Materialien eine Chance haben sich auszudehnen. sind die Schrauben zu Fest, kann es zu Schäden am Kopf bzw. Gewinden kommen.

Manchmal haben sich Konstrukteure auch etwas bei ihren Taten gedacht.
Grüße aus Hannover
Andreas
______________________
2.2l T2 Conv. GTC 1989
3.0V6 Conv. LX 1990

200/8 W115 1975
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Nonickatall
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Re: Problem Zylinderkopdichtungen V6

Beitrag von Nonickatall »

Franky hat geschrieben:nö, die sind beide nagelneu :)
Was nicht heißt, dass sie auch dicht sind. :wink:

Zylinderkopfdichtungen führten selten zu Ölaustritt, kommt auch vor ja, aber meistens hast du Öl im Kühlwasser oder Kühlwasser im Öl oder weißen Dampf bei fahren, respektive Wasserverlust.

Professionell nachziehen kann man versuchen, aber wenn du zu Ulmar fährst ist das natürlich geboten.. b^.^d

Ich bin beruhigt.. :D

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skyfox
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Registriert: Mi 10. Dez 2008, 21:07

Re: Problem Zylinderkopdichtungen V6

Beitrag von skyfox »

Nonickatall hat geschrieben:
Franky hat geschrieben:nö, die sind beide nagelneu :)
Was nicht heißt, dass sie auch dicht sind. :wink:

Zylinderkopfdichtungen führten selten zu Ölaustritt, kommt auch vor ja, aber meistens hast du Öl im Kühlwasser oder Kühlwasser im Öl oder weißen Dampf bei fahren, respektive Wasserverlust.

Professionell nachziehen kann man versuchen, aber wenn du zu Ulmar fährst ist das natürlich geboten.. b^.^d

Ich bin beruhigt.. :D
Ulmar ist ja noch in Übung was Zylinderkopfdichtungen tauschen angeht :wink:

Obwohl wir beim tauschen der Dichtung tatsächlich gemerkt haben , das einige Schrauben gerade am hinteren Kopf unterschiedlich fest waren.
Was ja beim anziehen mit gleichen Drehmoment ja eigentlich nicht sein dürfte, so die Theorie...
Le Baron, Baujahr 91 3,0 V 350000 km EU Ausführung
Fiat 500 F, Baujahr 66, 0,5 l Hubraum,getunt auf 0,65 l Hubraum, Luigi
Fiat 600 D, Baujahr 64, 0,77 l Hubraum, Roberto
Piaggio APE 50, Baujahr 2000, 0,05 l Hubraum, Herr Rossi
Erka Wolf 200, Baujahr 1973

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Nonickatall
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Re: Problem Zylinderkopdichtungen V6

Beitrag von Nonickatall »

skyfox hat geschrieben:Obwohl wir beim tauschen der Dichtung tatsächlich gemerkt haben , das einige Schrauben gerade am hinteren Kopf unterschiedlich fest waren.
Was ja beim anziehen mit gleichen Drehmoment ja eigentlich nicht sein dürfte, so die Theorie...
Doch, weil das gleiche Drehmoment nur bei gleicher Gewindesituation zu dem gleichen Zug auf der Schraube führt.

Will sagen:
Ziehst du drei gleiche Schrauben an, die eine mit sauberem trockenen Gewinde, die nächste mit verdreckten angerostetem Gewinde und die dritte mit Öl am Gewinde, hast Du bei gleichem Drehmoment unterschiedlichen Zug auf der Schraube.

Deswegen müssen Gewinde von Zylinderköpfen bei der Montage sauber, ölfrei und trocken sein.

Im Umkehrschluss ist das natürlich auch wahr. Sprich, wenn der gleiche Zug auf der Schraube ist, aber in ein Gewinde inzwischen etwas Öl eingetreten ist, im nächsten durch Kühlwassereinwirkung Korrosion entstanden ist hast du unterschiedliche Drehkräfte (Drehmoment) bei trotzdem richtigem (gleichen) Zug.

Auch deswegen sollte man auch bei Motoren die länger in Betrieb sind, keine Zylinderkopfschrauben nachziehen.

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