Automatikgetrieb Öldruck

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4578le1baron
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Automatikgetrieb Öldruck

Beitrag von 4578le1baron »

Hallo Baron-Fans,
habe das Problem, daß bei meinem Automatikgetriebe (Turbo 1 mit A413) ab und zu der 1. Gang beim Anfahren nicht mehr drin ist. Wenn ich ein wenig Gas gebe ist er sofort drin. Ansonsten fährt und schaltet er ohne Probleme.
Hört sich nach defekter Pumpe an. Bevor ich jetzt alles zerlege, wollte ich aber nochmals messen.
Ich wollte jetzt testen wie hoch der Druck im Automatikgetriebe im Stand ist - es gibt ja einen Anschluß für eine Druckdose am AT. ABER.... ich habe bisher keine genaueren Werte für die Druckhöhe im Stand gefunden.
Wer von Euch weiß genaueres?
Hat von Euch noch jemand ein Getriebe zum Verkauf.
Danke im voraus
Pit

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Nonickatall
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Re: Automatikgetrieb Öldruck

Beitrag von Nonickatall »

Da, wird der Ölpumpen Bushing, das ist die Laufbuchse, in der die Ölpumpe in die Inputdrum greift verschlissen sein. Es kann aber auch der Kolben des low gear undicht sein. Das Getriebe kann ich dir reparieren. Gebrauchte gibt es selten, da die Getriebe leider nicht die standfesten sind. Ich habe zufällig heute bei Ebay eins für knapp 300€ gesehen, von außen sah das nicht sehr schön aus und das Getriebe habe angeblich 160 tausend Kilometer drauf. Leider sterben die Getriebe oft so ab 120000 Kilometer. Aber je nach finanzieller Situation, kann das ja eine Alternative sein....

LG
Ralf

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arnd
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Re: Automatikgetrieb Öldruck

Beitrag von arnd »

@Ralf: Hast Du gesehen, dass es hier ausnahmsweise mal um das A413 geht? Ich denke die sterben wesentich weniger. Da sollten gebrauchte auf dem Markt sein.

Was die eigentliche Problematik angeht. Schau mal hier rein.

Gruß Arnd
Le Baron Cabrio 3,0 V6 automatik, BJ 1991

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Nonickatall
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Re: Automatikgetrieb Öldruck

Beitrag von Nonickatall »

arnd hat geschrieben:@Ralf: Hast Du gesehen, dass es hier ausnahmsweise mal um das A413 geht? Ich denke die sterben wesentich weniger. Da sollten gebrauchte auf dem Markt sein.
Ups,.. Glatt überlesen...
:roll:
Wenn`s kaputt geht A604 b^.^d

Der Threatersteller hat bestimmt einen seltenen Turbo mit A604... :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Nein, du hast recht, da sollte es gebrauchte Getriebe geben, aber ich repariere es trotzdem und erweitere mein Spektrum einfach.

Also falls Interesse besteht, mache ich mich schlau was Reparaturableirung und Ersatzteile angeht, ansonsten gebrauchtes Getriebe und gut is..

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arnd
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Re: Automatikgetrieb Öldruck

Beitrag von arnd »

Habe Dir ja schon das passende Dokument verlinkt. Einmal drüber lesen und Du bekommst sicher auch diese Getriebe wieder hin b^.^d
Aber Pit kann ja erst mal seiner Vermutung mit dem Öldruck nachgehen. Die Werte stehen ja auch in dem PDF.

Gruß Arnd
Le Baron Cabrio 3,0 V6 automatik, BJ 1991

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Nonickatall
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Re: Automatikgetrieb Öldruck

Beitrag von Nonickatall »

Ja, danke Arnd :D

Habe schon meinen Lieferanten angeschrieben, der hat Rebuild Kits und Ersatzteile für das A413.
Also falls eine Getriebe Überholung zum quasi Neugetriebe, einem Gebrauchtgetriebe vorgezogen wird, einfach melden.

4578le1baron
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Re: Automatikgetrieb Öldruck

Beitrag von 4578le1baron »

Halllo,
vielen Dank für die Tipps.
Bevor man mit einem riesigen Aufwand das Getriebe ausbaut bzw zerlegt und es dann nur an einem falsch eingestellten Bowdenzug liegt, wollte ich an Euren Erfahrungen teilhaben.
Ich habe bisher am Fiat Spider zahlreiche Schaltgetriebe überholt (ohne Anleitung) - ging einfach. Hatte ein Lebaron Schaltgetriebe (was niemand haben wollte) und ich habe es (ohne Anleitung) kaum auseinander bekommen. An eine komplette Überholung eines Automatikgetriebes habe ich mich bisher nicht rangetraut.

Meine Frage wegen des Öldrucks. Immer wenn der Fehler auftrat, war die Drehzahl kurzfristig weiter unten (z.B. nach längerer Autobahnfahrt, mit Ölkühler ca. 70 Grad C - habe Thermometer am Ölmeßstab). Wenn der Öldruck dann kurzfristig zu weit runter geht könnte der Gang nicht mehr drin sein. Es kann nach der obigen Beschreibung die Dichtung der Welle sein oder ist vielleicht das ganze Getriebe defekt? Eine genauere Schadenseingrenzung vor einer Reparatur finde ich immer gut. Wie oft liest man viel getauscht und der Fehler ist immer noch vorhanden.

Werde die verlinkte Literatur studieren und mir ein Manometer besorgen.

Vielen Dank für die Antworten

Pit

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Nonickatall
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Re: Automatikgetrieb Öldruck

Beitrag von Nonickatall »

Na, ja der Schaltvorgang läuft ja so:

Der Motor dreht die Ölpumpe, das ist in der Regel eine Sichelpumpe, die eher selten defekt geht. Da der Stator der Ölpumpe steht, gibt es Wellendichtungen und eine Laufbuchse, meist aus Messing, wo der Öldruck an die drehenden Teile des Getriebes weiter gegeben wird. Zusätzlich wird der Öldruck dann über das Ventilgehäuse, das Teil der Schaltlogik ist, auf die entsprechenden Kolben weitergegeben, die dann die Lamellen oder Bremsbänder im Getriebe zusamenpressen und damit über unterschiedliche Konfigurationen der Planetengetriebe Kraftschluß herstellen und entsprechende Gänge bereitstellen.

Meist verschleißen die Lamellen/Bremsbänder, weil das Reibbeläge sind, die zwar im Ölbad laufen aber halt Reibung ausgesetzt sind, weil der Schaltvorgang ja flüssig stattfinden soll. Ferner, verschleißen Dichtungen, Laufbuchsen und Nadellager. Natürlich kann auch was brechen, denn die Kupplungen werden zum Beispiel von Sprengringen gehalten.

Dein Problem hört sich nach zuwenig Öldruck an. Das dieses gerne bei heißem Getriebe auftritt, liegt daran dass das Öl dann dünnflüssiger ist und im Leerlauf die Ölpumpe am langsamsten dreht. Das wird (In absteigender Wahrscheinlichkeit) entweder an der Messinglaufbuchse, den Dichtungen der Ölpumpe, der Sichelpumpe selbst oder den Kolbendichtungen liegen.

Natürlich kann es zusätzlich sein, dass die Reibbeläge kurz vor dem Ende sind.

Deswegen wird beim Getriebe Rebuild das ganze Getriebe komplett zerlegt, dann werden alle Verschleißteile also Dichtungen, Laufbuchsen, Simmeringe, Nadellager, Reibkupplungen und die Metallscheiben auf denen sie laufen ausgetauscht. Dabei werden Ist- und Sollmaße verglichen, um zum Beispiel den Verschleiß der Sichelpumpe, von vorgespannten Lagern oder der Druckplatten zu prüfen und sicher zu stellen, dass am Ende alles wieder wie neu ist.

Wenn der Fehler also nicht in äußeren Ursachen wie Bowdenzug oder so, was ja in dem freundlicherweise von Arndt zur Verfügung gestelltem Dokument steht liegt, muss mann das Getriebe komplett zerlegen.

Dann macht es Sinn ein Rebuildkit das so ca. 250€ kostet zu verbauen. Dazu können noch Teile kommen, wenn was außer der Reihe defekt ist. Ich habe da aber inzwischen einen sehr guten Lieferanten, der sogar gebrauchte geprüfte Ölpumpen und andere teure Großteile da hat. Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, das Getriebe aufzumachen, zum Beispiel festzustellen, dass die Ölpumpe defekt ist, diese zu reparieren oder auszutauschen, das Getriebe wieder einzubauen und dann 3 Wochen später festzustellen, das die Reibkupplungen verschlissen sind.

Dann lieber einen gebrauchtens Getriebe kaufen und einbauen. Da hat man dann zwar auch das Risiko, dass das Getriebe 3 Wochen später verstirbt, das Ganze ist aber wahrscheinlich billiger und deutlich weniger Zeitaufwändig.

Oder eben ein kompletten Rebuild, dann hat du quasi ein Neugetriebe und ich gebe sogar 1 Jahr Garantie drauf. Ist teurer aber danach ist Ruhe.

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