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Gewindereparatur

 Nr.   Beschreibung   Anhang 
1.)

Gewindereparatur am Beispiel der Getriebeölwanne

 

Jeder kennt das. Da steht die nächste Ausfahrt, eine lange Tour, der Urlaub... vor der Türe und man möchte seinen Wagen vorher noch was gutes tun. Also 'mal eben' noch einen Getriebeölwechsel machen.

 

Also Öl raus, Wanne runter, neues Filter und Dichtung und wieder dran an's Getriebe. Und dann passiert es. Die Schraube packt nicht und dreht freudig in ihrem Loch durch. So ein Sch**** :-(

 

Gut, wenn man nun ein Reparaturset in der Garage liegen hat...


V-Coil_Rapid-01.JPG
1.)

So sieht es von innen aus. Der Set besteht in diesem Fall aus:

(von links nach rechts)

Bohrer - Halterung - Gewindeschneider - Eindrehwerkzeug  - Zappfenbrecher - Gewindeeinsätze


V-Coil_Rapid-02.JPG
2.)

Hier sieht man das Übel. Wie es dazu kommen konnte? Da gibt es viele Möglichkeiten. Eventuell war es die vermackte Schraube. Auch ein dreckiges Gewinde könnte Schuld sein. Bei den Sacklöchern können auch Ölreste im Gewinde zu Problemen führen. Wenn man in so ein 'volles' Gewinde eine Schraube dreht entsteht unten im Loch ein Widerstand. Da die Schraube die Ölwanne noch nicht an drückt dreht man mit zu viel Kraft weiter und das war es dann. Aber woher das Problem auch kommt - Es muss gelöst werden.


Gewinde_defekt.JPG
3.)

Als erstes wird das defekte Gewinde ausgebohrt. In diesem Fall ist das Loch in der Ölwanne groß genug gewesen. Diese musste also nicht abgenommen werden. Bei der Arbeit entstehen viele Metallspäne! Also schauen was unten drunter liegt. Ein Metallspan im Auge ist ach keine gute Idee. Also Schutzbrille tragen. Zum Bohren am besten eine Knarre verwenden. Es geht auch mit dem Akkuschrauber. Aber eigentlich ist der schon zu schnell und man hat da nicht so viel Gefühl drin. Wir wollen ja nur das Gewinde ausbohren und nicht eine zusätzliche Ölablasschraube generieren...


Gewinde_gebohrt.JPG
5.)

Das neue Gewinde wird geschnitten. Dieses nun bitte nicht mit dem Akkuschrauber versuchen! Das Gewinde wird langsam, gerade in das vorgebohrte Loch geschnitten. Schneidöl kann hilfreich sein, muss aber nicht unbedingt sein. Auch hier wieder sehr viele Späne!


Gewinde_geschnitten.JPG
6.)

Nun wird ein Gewindeeinsatz auf die Eindrehhilfe gedreht und vorsichtig in das frisch geschnittene Gewinde eingeschraubt. Nicht zu tief setzen, aber auf jeden Fall bis ins Material hinein. Der Gewindesatz darf später nicht über stehen.

Danach das Eindrehwerkzeug wieder heraus drehen und mit dem Zapfenbrecher den Zapfen nach hinten heraus schlagen. Danach so lange im Loch pulen bis der Zapfen heraus fällt. Wenn der im Loch verbleibt legt er sich bei Gelegenheit sicher mit der Schraube an, die man dort versenken möchte.

Neben dem Einsatzwerkzeug in diesem Set gibt es auch welche, die den Zapfen greifen. Das Prinzip ist aber das gleiche. Wichtig ist, das man bei diesen Werkzeug nicht zurück drehen darf, da dabei der Zapfen abbrechen könnte.

Im Bild sieht man nun das schöne frische Gewinde. Dieses Stahlgewinde hält oft besser als Gewinde in Gussmaterialien.


Gewinde_V-Coil.JPG
7.)

In diesem Fall eventuell der Übeltäter. Die Schraube hat im vorderen Gewindebereich eine dicke Macke. So eine Schraube sollte auf jeden Fall ersetzt werden.

 

Natürlich können mit diesen Gewinderreparatursätzen alle möglichen Gewinde neu gesetzt werden. Der Ablauf ist immer der Selbe. So lange genug Material um das original-Gewinde vorhanden ist halten die Reparaturen sehr gut. Natürlich gibt es die Sätze für alle möglichen Schraubengrößen. Für Zündkerzenlöcher und Ölablassschrauben gibt es Spezialsätze.


Schraube.JPG
Angelegt von: arnd am: 15.03.2012
Keywords: gewinde v-coil



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