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LeBaron Kauf - Worauf achten?

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LeBaron Kauf - worauf achten?

 

Irgendwann ist es so weit und man sucht sich bei Mobile&Co seinen ersten LeBaron raus. Oder man fährt an einen mehr oder weniger gut erhaltenen Stück beim Straßenhändler vorbei. Da nun aber alle Barone schon einige Jahre auf dem Buckel haben stellt sich die Frage worauf beim Kauf zu achten ist. Hier mal ein paar Informationen zusammen gefasst.

 


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M-, J- oder K-Body?

Den M-Body muss man hier in Deutschland schon suchen. Es gibt nur wenige und er ist auch nicht gerade der Mittelpunkt von LeBaron.de. Der K-Body ist schon eher zu finden. Alleine durch sein Alter bedingt gibt es ihn auch nicht als Massenware. Der J-Body wird immer noch recht häufig angeboten. Er wurde ja auch offiziell in Deutschland verkauft. So sind einige auf unseren Straßen gelandet. Leider sind viele Exemplare in einem bedauerlichen Zustand. Aber es finden sich auch einige Perlen. Einfach was Zeit lassen und lieber zwei mal hinschauen.


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Motorisierung

Im Baron wurden einige Motoren verbaut. Der 2,5L ohne Turbo ist robust, aber alles andere als sportlich. Die Turbos gehen da schon ganz anders zur Sache, sind aber auch keine Rennwagen. Der Turbo I ist eher problematisch. Die Einspritzanlage und Elektronik macht gerne mal Ärger und Teile sind schwer zu bekimmen. Der Turbo II dagegen ist ein robuster, leistungsfähiger Motor der wenig Probleme bereitet. Einzig auf den Turbolader sollte man acht geben. Sind die Luftschläuche innen verölt ist ev. bald mit einem Schaden zu rechnen. Der 3L V6 hat vor allem Drehmoment. Zum Cruisen reicht jede Motorisierung aus. Recht robust und Pflegeleicht sind die Motoren auch. Turbos machen eher mal Probleme. Die Motoren schwitzen fast alle ein wenig Öl raus. Aber siffen dürfen sie nicht. Auf jeden Fall die Fehler auslesen. Das geht ganz einfach mit der Schlüssel-Methode
Immer wichtiger ist hier in Deutschland die Schadstoffkasse. Ist der Wagen mit einem eingetragenen Kaltlaufregler ausgestattet und somit auf EURO2 oder D3 geschlüsselt hat man Glück. Da die Kaltlaufregler keine ABE haben werden sie zur Zeit nicht mehr steuermindernd eingetragen!

Ein eingetragener Kaltlaufregler mit Schadstoffklasse D3 bedeutet beim 3L V6 251,- € Steuerersparnis* pro Jahr. Er kostet dann mit 202,- € (Euro2: 220,- €) nicht viel mehr als ein mit H-Kennzeichen angemeldeter Oldtimer.

 

 

*Stand 02/2012


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Getriebe

Die Schalter und die 3-Gang-Getriebe sind unproblematisch. Robuste Massenware die kaum mal ein Problem bereitet. Falls mal ein Defekt auftritt findet man meist auch ein gutes von einem Schlachtwagen.
Das A604, mit dem der V6 meist ausgeliefert wurde ist ein kleines Mimöschen. Das wichtigste ist das richtige Öl. I das Getriebe gehört nur von Chrysler freigegebenes Öl nach der Spezifikation ATF +3 oder ATF +4. Dieses darf man nicht mit den Dexron-Ölen und ihren römischen Ziffern verwechseln. Das einzige Öl, was recht häufig verwendet wird und zumindest auf den heutigen Flaschen keine Empfehlung als Ersatz für das Chrysler-Getriebe hat, ist das Valvoline Maxlife ATF. Dieses Öl wird von vielen schon seit Jahren ohne Probleme im A604 gefahren. Beim Kauf eines Wagens 3L V6 ist auf jeden Fall das Getriebe gründlich zu prüfen.
Das Öl sollte schön rot sein. Es darf nicht verbrannt riechen. Am besten einen Nachweis vom letzten Getriebeölwechsel zeigen lassen. Ist auch das Filter gewechselt worden? Das Getriebe sollte bei normaler Beschleunigung fast ruckfrei schalten. Wesentlich sanfter als man es von deutschen Automaten dieser Baujahre gewöhnt ist. Die Schaltvorgänge sieht man eigentlich fast nur am Drehzahlenmesser. Außerdem ist es gut wenn schon ein Zusatz-Ölkühler verbaut ist.
Der 3L V6 mit Schaltgetriebe ist dagegen absolut robust. Außerdem merkt man wieviel Kraft der Motor wirklich hat. Aber den Schalter zu bekommen ist recht schwer. Nur wenige davon sind gebaut worden.


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Rost der Autofeind Nr. 1

Die älteren Modelle sind dem Jahrgang entsprechend empfindlich. Bei den Cabriolets wurden anfangs die wichtigsten Bereiche, ab dem 90er Modelljahr die komplette Karosse verzinkt. Daher ist dort der Rost wenn überhaupt im Bereich Achsen, Aufhängung, Stoßfängeraufnahmen u.s.w. zu finden. Die Karosse selber rostet eigentlich nur wenn da mal was geknautscht und nicht fachgerecht repariert wurde. Damit es nicht mehr als nötig gammelt ist es wichtig beim Cabriolet die Ablassöffnungen frei zu halten. Sonst sammelt sich das Wasser im Schweller, was unbedingt zu vermeiden ist.


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Bekannte Problemstellen

Am bekanntesten sind die hinteren Fensterheber. Bei sehr vielen Baronen bleiben die "Ohren" immer offen. Meist liegt es daran, dass der Motor im Wasser stand. Oft bekommt man die Motoren durch demontage und Reinigung wieder zum Laufen. Ab und zu ist aber nicht der Motor defekt, sondern der Bowdenzug. Ein einmal aus der Führung gerutschter Zug ist meist völlig verbogen und wird nie wieder sauber laufen.

 

Ein weiteres häufiges Problem betrifft den kompletten Armaturen-Bereich. Hier liegt es auch meist an zu viel Feuchtigkeit. Da passieren so Dinge wie ausfallender oder rückwärts laufender Drehzahlenmesser. Diese Probleme haben fast immer mit fehlender Masse zu tun. Oft hilft es alle Kontakte gründlich zu reinigen und vor erneuter Korrosion zu schützen.

 

Ist der Kilometerzähler ausgefallen leidet oft eines der kleinen Zahnräder an Zahnausfall. Im Forum findet sich immer mal ein netter Mensch der die Teile nachbaut. Manchmal hilft aber auch ein Klapps auf das Armaturenbrett für die nächsten 50tsd km.

 

Die Scheinwerferklappen wollen auch irgendwann nicht mehr. Ein bekanntes Problem ist eine zerbröselte Rutschkupplung. Diverse Nachbau-Versuche mit Rollen aus Gummi, Kunststoff und Aluminium führten schon zum Erfolg.

 

Ein unrunder Leerlauf, beim Stand oder ausrollen ausgehender Motor? 99% ist der AIS-Steller schuld. Der will aber fast immer nicht ersetzt werden. Eine gründliche Reinigung des Drosselklappengehäuses am besten im Ultraschallbad und alles ist wieder im grünen Bereich.

 

Das Verdeck ist recht robust, scheuert aber mit den Jahren meist hinten an den Gelenken durch. Schuld daran sind meist verschlissene Gurte. Diese sollen eigentlich das PVC schützen. Früh genug den Gurt repariert hällt das Verdeck wesentlich länger. Ist es mal durch ist es am einfachsten ein komplettes Verdeck incl. Gestänge von einem Schlachter einzubauen. Aber auch die Verdeckhaut zu ersetzen ist recht einfach. Die gibt es fertig zu kaufen, recht günstig direkt in den USA.

Ein anderes Problem kann Wassereinbruch an der Vorderkante sein. Wenn die Dichtung selber noch in Ordnung ist lässt sich das meist durch einstellen beheben.

 

Vor allem der Fahrersitz ist gerne mal durchgescheuert. Mangelnde Pflege macht dem Leder zu schaffen. Es gibt aber Dienstleister die das oft wieder gut restaurieren können.

 

Ist eine Klimaanlage eingebaut sollte sie auch funktionieren. Sehr viele sind stillgelegt oder defekt. Funktioniert sie ist das deutlich zu spüren. Die Anlage kann den Wagen recht schnell stark abkühlen. Auch für die Heizung gilt, dass sie deutlich wärme produziert. Kommt nur ein lauwarmes Lüftchen ist sehr wahrscheinlich der Wärmetauscher dicht. Das Problem lässt sich oft durch gründliches Spülen des Kühlsystems beseitigen. Aber sollte der Wärmetauscher dabei ein Loch bekommen ist ein Austausch sehr aufwendig.


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7.)

Das war's eigentlich auch schon

Natürlich gilt für den Baron, was für alle anderen Fahrzeuge auch gilt. Alles anschauen, lieber ein paar dumme Fragen mehr an den Verkäufer richten. Und am besten jemanden mitnehmen der den Wagen besser kennt. Auf der Userkarte findet man eventuell ein Forenmitglied, was in der Nähe wohnt und den Wagen mit besichtigen kann.

 

Ich selber fahre den J-Body 3LV6. Die Erfahrungen oben sind also vor allen für diesen Wagen aus erster Hand. Für die fourbänger gibt es Spezis die sicher mehr sagen können. Daher wäre es schön wenn die sich bei mir melden. Ich erweiter den Atikel gerne noch.

 

Und wer noch Fragen hat: Einfach mal im Forum oder KnowHow suchen. Da stehen schon unmengen an Informationen drin. Oder anmelden und Fragen stellen. Wir freuen uns über jeden neuen LeBaron-Liebhaber. Und eventuel sieht man sich dann auf einen der nächsten Ausfahrten...

 

Arnd


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Ersatzteile

Die meisten Ersatzteile sind problemlos zu beschaffen. Viele Ami-Händler wie Mike&Franks, KTS... haben die wichtigsten Teile auf Lager. Außerdem findet mal auf Ebay viele Angebote. Was man hier nicht bekommt oder was zu teuer ist kann man versuchen bei rockauto in den USA zu bestellen. Dabei muss man aber auf Porto und Zoll achten. Es gibt auch einige Mitglieder die ab und zu Fahrzeuge schlachten. Einfach mal in die Foren-Rubrik Kleinanzeigen schauen.


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Angelegt von: arnd am: 13.02.2012
Keywords: kauf kaufberatung



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